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Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... eine Schönheit, die ihre Umgebung und ganz sicher jeden Mann in ihren Bann zog und verzauberte. Eine genauso verführerische Lehrerin wie Veronika, die Mutter meiner ersten Tochter Nicole. Frau Dr. Julia L. mit ihrem einnehmenden Lächeln und dem offenen und herzlichen Lachen, dem unwahrscheinlichen Wissen und Einfühlungsvermögen, eine Frau, die man unbedingt mögen und vielleicht mehr möchte. Die mit ganzem Herzen und mit aller Kraft in ihrer Aufgabe aufging und bei der man als Patient sich einfach nur wünschte, dass ihre Visite ewig dauern würde. Und schließlich die unbekannte Schöne aus der Verwaltung (? ), denn sie trug keinen weißen oder grünen Kittel, von der ich nicht einmal den Namen wusste und die mir trotzdem nicht mehr aus dem Kopf ging. Und das was eigentlich ein Tatsachenbericht werden sollte, tendierte ganz plötzlich in eine völlig andere Richtung. So saß ich da, es war fast 15 Uhr und in einer Stunde würde der Cholesterinvortrag beginnen und danach die Koronar-Basisgruppe und ich wusste jetzt schon, dass ich keine Lust haben würde, aufzustehen und dorthin zu gehen. Meine Gedanken waren woanders, hatten sich scheinbar schon aus Bad Krozingen verabschiedet. Aber ich ging natürlich hin, denn man ist ja schließlich pflichtbewusst und ich konnte beim Thema Ernährung schon wegen meines Berufslebens mitreden. Außerdem mussten wir unsere Anwesenheit schriftlich nachweisen. Der Vortrag ging vorüber, aber da es schon fast 17 Uhr war, hatte meine ...
... hübsche Unbekannte schon Feierabend (wie ich an den Vortagen mitbekommen hatte, um 16:30 Uhr) und war sicher schon auf dem Weg nachhause. Da musste ich also meinen Tag ohne ihren erneuten schönen Anblick beschließen. Noch ein letzter Kaffee bevor ich auf mein Zimmer gehen wollte. Ich stand vor dem Automaten, wollte gerade das Geld in den Schlitz werfen, da hörte ich ein leises geflüstertes "Guten Abend" an meinem rechten Ohr. Und die Münzen landeten mit heftigen Geklapper auf den Steinfliesen im Kaffeeraum, anstatt in den Automaten zu rutschen und mir einen Cappuccino zu kredenzen. Verdammt, wer erschreckte mich denn so? Ich drehte mich um und sah in zwei große braune und strahlende Augen. Sie stand leibhaftig vor mir. Ich konnte es kaum glauben. "Gehst du mit mir ins Café in die Nachbarklinik, da sind wir ungestörter." Und schon war das Abendessen vergessen, oder was auch immer ich vorgehabt hätte. Natürlich wollte ich mit ihr gehen, in diesen Moment auch bis ans Ende der Welt. Ich wollte mit ihr zusammensitzen, mit ihr reden, mehr von ihr erfahren. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, sie an diesem Abend noch einmal wiederzusehen, geschweige denn ins "Café Baden" mit ihr zu gehen, wo wir uns ungestört unterhalten konnten. Aber eine Unterhaltung konnte man das, was zwischen uns ablief eigentlich nicht nennen. Unser Redefluss kam immer wieder sehr schnell ins Stocken, da wir uns nur andauernd anschauten. Der Blickkontakt war aussagekräftiger als alle ...