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Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... gute Essen deutlich nach. Bei mir nicht, denn ich mochte Waldpilze in Rahm mit Semmelknödel, aber dass es mir so gut schmeckte, bedeutete nicht, dass es meiner Figur auch gut tat. Danach im Foyer der Rezeption, die heute unbesetzt war 2 Stunden lang an "meinem" Tisch dieses Kapitel schreiben, die Neugier anderer Patienten befriedigen und einfach nur entspannen. Um 14 Uhr ins Schwarzwald-Café zu einem wirklich guten Cappuccino und zu zwei Stunden Smalltalk mit anderen Patienten. Vor dem Abendessen noch einmal schnell im Zimmer meine Tabletten holen und dann stoppte mich Schwester Monika auf meinem Weg nach unten vor dem Stationszimmer. Sie drückte mir ein A4-Blatt in die Hand. "Ihr Plan für nächste Woche. Viel Spaß." Viel Spaß??? Da hatte doch jemand einen gewaltigen Vogel in seiner Dachkammer. Ergometer, MTT, Atemtechnik, Aqua-Gruppe, Koronar und... und... und.... Da war doch jemand nicht ganz sauber. Um mich von den Therapeuten zu verabschieden hätte ich einfach in jede Abteilung gehen können, um "Tschüß" zu sagen, anstatt dieses Theater zu veranstalten. Die letzten 24 Tage hatte ich nicht einen so dich gedrängten Stundenplan gehabt, wie die letzten 3 Tage. Ich hoffte nur dass ich auch Zeit genug hatte, um ins Café zu gehen. Ade, ihr ruhigen Tage. Aber die werde ich auch noch überstehen. Und noch keinen Termin, wann das abschließende Arztgespräch stattfinden sollte und bei wem. Trotzdem war ich etwas angefressen, als ich wieder in mein Zimmer kam. ...
... Sag mal, hatte ich vergessen abzuschließen, oder warum war die Tür offen? Ich ging hinein und sah die Überraschung. Julia! Meine wunderschöne und liebenswerte Ärztin. Sie saß in einem meiner Sessel und schlief. Sie machte einen friedlichen und entspannten Eindruck. Ich stellte meine Tasche leise ab, näherte mich ihr vorsichtig und ging in die Knie. Julia sah aus wie ein blonder Engel. Ich griff nach ihrer Hand und streichelte sanft über ihren Handrücken. Ihre Augenlider begannen zu flattern und sie wurde langsam wach. Als sie mich erkannte, überzog eine leichte Röte ihre Wangen. "Ich wollte mich noch einmal von dir verabschieden, Arne. Wir werden uns nicht mehr so schnell sehen, denn Cornelia schickt mich für zwei Wochen nach Berlin in die Charité. Ein Lehrgang in der Kardiologie, der meine Kenntnisse über koronare Herzkrankheiten vertiefen soll. Darum bin ich noch einmal vorbeigekommen und da ich einen Generalschlüssel habe, konnte ich unentdeckt dein Zimmer betreten. Aber ich musste bis zum Abendessen warten, wenn sich niemand mehr auf den Fluren herumtreibt. Ich will heute Abend nicht alleine sein. Bitte schick mich nicht weg." "Nein, das mache ich nicht, Julia. Aber was sagt dein Mann dazu? Nimmt er das einfach so hin?" "Björn arbeitet bei einer Bank in der Investmentabteilung und ist dauernd in aller Welt unterwegs. Erst war er in Frankfurt, dann ging es nach London, Singapur und dann Tokio. Er ist seit zwei Wochen unterwegs und wir haben nur telefonischen ...