1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... tief und fest. Nachdem ich mit Mühe geweckt wurde, ging ich in mein Zimmer und steckte den Kopf unter eiskaltes Wasser. Jetzt ging es einigermaßen, aber ich würde mich nach dem Mittagessen ein wenig hinlegen und später ins Café gehen.
    
    Dann gab es schon vor dem Frühstück etwas Stress, weil ich immer noch nicht wusste, wann mein Entlassungsgespräch stattfinden sollte. Also zuerst in Ruhe frühstücken und dann wieder hoch in den 1. Stock. Die Schwester war etwas verzweifelt, weil sie immer noch nichts wusste, aber Cornelia sah ich durch dir offene Tür im Nebenzimmer einen Patienten verarzten. Sie musste sie also einfach nachher nur fragen.
    
    Wieder ab ins Erdgeschoß zur Koronar-Basis und dann gemütlich beim Fango einnicken. Die neue Therapeutin M. Ignatova hatte sich fast nicht getraut mich zu wecken, aber die Cheftherapeutin, hat mich nur einmal kräftig an der Schulter geschüttelt, schon war ich wieder unter den Lebenden.
    
    Und wieder hinauf in den ersten Stock. Die Ablösung war in vollem Gange, aber als mich Schwester Monika sah, maulte sie mich an, was ich gar nicht von ihr gewohnt war.
    
    "Was wollen Sie denn schon wieder hier?"
    
    "Na, meine Krankenakte für das Entlassungsgespräche bei Frau Doktor B. holen."
    
    "Ja, die ist doch schon längst unten. Die hat die Chefin vorhin, als sie nach unten gegangen ist, gleich mitgenommen."
    
    "Wie soll ich denn das wissen, wenn mir keiner was sagt und mich nur rumschickt", maulte ich.
    
    "Jetzt schimpfen Sie mal nicht, sondern ...
    ... gehen sie runter zu Frau Dr. B. Sie wird sicher auf sie warten."
    
    Sie stand da wie der Erzengel mit dem Flammenschwert und deutete auf den Treppenaufgang.
    
    Ein Blick auf meine Uhr zeigte mir, dass ich noch mehr als eine Stunde Zeit bis zu dem Entlassungsgespräch hatte. Also ging ich aus Trotz zum Lift und drückte auf den Rufknopf.
    
    "Sie sollen die Treppen laufen, um etwas für ihre Fitness zu tun, hat Dr. L. gesagt. Also tun Sie was Ihnen aufgetragen wurde!"
    
    "Yessss Sir, jawohl Herr Hauptfeldwebel", war meine Erwiderung und ich hatte Glück, dass der Aufzug schon da war, denn Schwester Monika hatte die Fäuste in die Hüften gestemmt und machte ernste Absichten, mir zu folgen. Wer weiß, was da im Lift alles passiert wäre und wer von uns beiden eine Notbehandlung gebraucht hätte. Wahrscheinlich ich.
    
    Ich nahm Platz auf einem der freien Stühle vor dem Büro der Klinikchefin, die aber von einer anderen Seite, nämlich aus der Diagnostik auf mich zukam. Sie nickte mir zu und meinte, dass ich gleich mit ihr mitkommen sollte.
    
    Devi war sichtlich überrascht, dass ich schon da war, hatte sie mich doch erst um 12 Uhr erwartet. Denn sie war es, die die Termine machte. Mit großen Augen sah sie, wie ich Cornelia in ihr schönes, geradezu wohnliches Büro folgte und sie die Tür hinter uns zumachte.
    
    Die folgende Unterhaltung drehte sich um meine Werte, die Dinge die aus dem Weg geräumt werden konnten, meinen Gewichtsverlust und die Zunahme meiner physischen Konstitution. Womit Cornelia ...
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