1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Augen auf und eilte zu dem Spiegel, der neben ihrem Büroschrank hing. Sie ging ganz nah hin, um auch jede Kleinigkeit zu erkennen. Fasziniert drehte sie die Brosche hin und her, machte sie ab, betrachtete sie erneut und befestigte sie wieder an ihrer Bluse.
    
    "Arne, woher wusstest du...?", fragte sie mich mit großen Augen.
    
    "Ich wusste es nicht, Devi, aber ich hatte es gehofft. Ich habe dich jeden Tag mit einer anderen Brosche gesehen und dachte mir, das würde dich vielleicht freuen."
    
    "Und wie, das ahnst du gar nicht. Du bist einfach nur verrückt, du Spinner, du kannst doch nicht soviel Geld für mich ausgeben."
    
    "Doch das kann ich, Devi Anela und ich habe es gerne getan. Für dich immer."
    
    Weiter kam ich nicht, denn sie hing schon wieder an meinem Hals und erstickte meine Worte mit einem gefühlvollen Kuss, der länger als schicklich dauerte und ich fühlte, wie meine guten Vorsätze langsam den Bach hinunter gingen. Wie gesagt, diese Frau konnte küssen, das war lebensgefährlich und machte süchtig.
    
    Zum unserem Glück (?) öffnete Cornelia die Zimmertür mit einem Ruck, so dass wir es mitbekamen und und widerwillig voneinander trennten.
    
    "Sagt mal, kriegt ihr beiden nicht genug voneinander? Devi, du musst noch Arztbriefe schreiben und Arne, es würde mich schon interessieren, was deine Frau dazu sagen würde?"
    
    "Sie würde mich wahrscheinlich aufs Kreuz legen und das meine ich nicht im erotischen Sinn, sondern judomäßig. Denn mit meiner Frau und meiner Schwester, die ...
    ... beide den Schwarzen Gurt in Judo und Karate haben, würde ich mich garantiert nicht anlegen. Da hätte ich wahrscheinlich nicht viel zu lachen aber meine Hausärztin kann ja auch Knochenbrüche behandeln."
    
    Cornelia lachte kurz auf.
    
    "So, nun habt ihr euch genug verabschiedet. Arne, verschwinden sie und gehen sie ihre Koffer packen. Bis in einer Stunde sind die Arztbriefe und der Taxischein im Stationszimmer und sie können sie dort abholen. Und du, Devi....., was hast du denn da an deiner Bluse? Du meine Güte, was ist die schön."
    
    Die beiden Damen begannen über das Schmuckstück zu fachsimpeln und ich?
    
    Ich war vergessen!
    
    Ich kam ziemlich spät zum Mittagessen, aber ich hatte ja Zeit, keine Anwendungen mehr, außer meiner Cappuccino-Inhalation nachher im Café Baden und mein Koffer war fast fertig gepackt. Ich hatte alle Zeit der Welt und konnte mich im Café in meinen Stuhl lümmeln und über Gott und die Welt reden. Es wurde ein sehr ruhiger und entspannter Nachmittag und erst als meine Uhr anzeigte, dass es Zeit für das Abendessen war, erhob ich mich und bewegte meine morschen Knochen
    
    Um 9:00 Uhr würde mein Taxi vorfahren und bis dahin wollte ich noch frühstücken, mein Gepäck nach unten bringen und mich von ein paar Leuten verabschieden. Also nicht zu spät ins Bett gehen.
    
    * * *
    
    Donnerstag, 06. Juli 2023
    
    Der Tag der Abreise war gekommen. Devi fiel mir vor der Rezeption um den Hals, drückte mir einen schnellen Kuss auf die Lippen, es waren ja eine Menge Patienten ...
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