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Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... es wohl weiter gehen? Der nächste Spaß geschah dann beim Mittagessen. Mein Tischnachbar begrüßte mich lachend, hielt sein Namensschild neben meines und da wusste ich warum. Er hieß auch Arne, hatte aber einen anderen Nachnamen wie ich, nämlich Leicht, das Gegenteil von Schwer. Also wir waren weder verwandt noch verschwägert. Es wurde Usus, dass wir uns zu jeder Tages- und Nachtzeit und überall mit "Moin, Arne" begrüßten und da hatten dann auch die anderen etwas zu lachen. Von Beruf war er Rechtsanwalt, so hatte ich jemanden an den ich mich wenden konnte, wenn es daran ging, die Klinik vielleicht zu verklagen. Das Essen mussten wir uns selbst nehmen, auch wir Diabetiker und da hieß es schon Disziplin und Selbstbeherrschung zu üben. Zuviel auf den Teller geladen war schnell und dieses "Zuviel" würde die Waage unerbittlich aufdecken. Also Vorsicht und immer schön langsam. * * * Samstag, 10. Juni 2023 Vor dem Frühstück waren Wiegen und Blutdruckmessen angesagt. Dabei stellte ich fest, dass der Blutdruck mit 178 - 92 - 61 immer noch zu hoch war (wieder etwas höher als in der Zeit im Krankenhaus) und als ich es Frau Doktor wie vereinbart mitteilte, änderte sie noch einmal leicht meine Tablettendosis. Es würde ihrer Meinung ein bis zwei Tage dauern, bis sich eine Veränderung ergäbe, aber am Montag nach der Blutabnahme könnte sie mir genau sagen, wie es weitergehen würde. Die Waage zeigte trotz Baucheinziehens und tiefem Ausatmen satte 120,6 kg an und lies sich ...
... nicht zu einer anderen Aussage überreden. Es half nichts, da musste ich jetzt durch. Allerdings hatte ich Ende März schon mit dem Intervallfasten begonnen, denn damals hatte meine eigene Waage "bitte nur eine Person" gesagt und stattliche 131 kg verkündet. Ein leichter Fortschritt hatte sich also schon eingestellt, auch durch das Entwässern auf der Intensivstation im Krankenhaus. Wenn ich es schaffen sollte, jeden Monat ein Kilogramm abzunehmen, dann wäre ich in 2 Jahren an dem Punkt, den ich erreichen wollte und wo mich meine Ärzte sehen wollten. Mein Frühstück bestand aus 2 Scheiben Vollkornbrot mit Marmelade und 3 Tassen Kaffee. Etwas Gutes braucht der Mensch und ich war der Meinung dass ich für ein paar Tage auf mein Intervallfasten verzichten konnte, bis ich mich akklimatisiert hatte. Danach lief ich durch das Haus, damit ich am Montag wusste, wo ich hin musste und nicht planlos durch das Gebäude irren würde. Zum Mittagessen gab es einen Gemüseeintopf mit Huhn, der aber sowas von lau gewürzt war, dass ich beherzt zum Gewürzregal griff und nachbesserte, bis das Ganze meinem Geschmack entsprach. Auch meine Tischnachbarn folgten meinem Beispiel und ab da sah man zufriedene Gesichter an unserem Tisch. In unserer Klinik gab es kein Bistro oder Café und so zeigte mir Arne den Weg zur Nachbarklinik, wo sich ein Café befand. Der Cappuccino war ein Traum vom Geschmack und vom Aussehen, aber mit 5 Euro hatte er auch einen überaus stolzen Preis. Er war glatte 2 Euro teurer als ...