1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... in unserem Eiscafé und ich schob es auf den Klinikzuschlag. Jeder musste schauen, wo er blieb.
    
    Wir vertrieben uns die Zeit im Bistro bis zum Abendessen, das aus 2 Scheiben Vollkornbrot, Käse und Schinken, sowie etwas Wurst bestand. Also nichts aufregendes.
    
    Nach dem Abendessen wurde es Zeit, mich bei meiner Verwandtschaft zu melden. Mutter, Schwester und Nichte waren in 30 Minuten abgewickelt und Gerlinde war ganz erstaunt, dass ich sie tatsächlich nicht vergessen hatte. Das Gespräch zog sich etwas und dann waren Melanie und die Kinder an der Reihe. Wir hatten uns viel zu erzählen und ich sollte doch tatsächlich Fragen beantworten, auf die ich selbst noch keine Antworten hatte.
    
    Auch Louise berichtete mir von ihrem ersten Tag im Eisiglu und den kleinen Missgeschicken, die ihr unterlaufen waren. Ich tröstete sie damit, dass mir die selben Fehler passiert waren, aber aus solch kleinen Fehlern konnte man lernen.
    
    Ein Blick auf meinen Wecker zeigte mir dass es schon fast 22 Uhr war. Also noch geschwind geduscht und dann nichts wie in die Koje. Der Tag war lang und ereignisreich gewesen.
    
    * * *
    
    Sonntag, 11. Juni 2023
    
    Ich hatte hervorragend geschlafen und wurde um 05:30 Uhr etwas abrupt von der Nachtschwester aus meinen Träumen gerissen. Gerade noch war ich mit Melanie und Frau Doktor Julia L. gemütlich bei einem Eis gesessen, wobei ich als Diabetiker ja gar kein Eis aß und meine Ärztin hatte mir eben den Vorschlag unterbreitet, die Reha in der Eisdiele zu ...
    ... absolvieren. So hätte sie die Gelegenheit täglich die Köstlichkeiten, die wir verkauften, zu genießen. Sie hätte dann die einmalige Chance, ihr Honorar in Eis bezahlt zu bekommen. Sie hatte leicht reden, war sie doch rank und schlank wie Melanie. Wie Mel es schaffte, trotz 4 Kindern immer noch eine Figur wie ein Twen zu haben, war mir ein absolutes Rätsel. Schlank, aber mit den weiblichen Rundungen an den Stellen, die ich an ihr so liebte. Ich musste nur den Lkw vom "Eismann" vorbeifahren sehen, oder die Bremsspur von einem Bierlaster, schon hatte ich ein Kilogramm zugenommen.
    
    Wie gesagt, es war ein schöner Traum und dann kam diese Schwester und holte mich unerbittlich in die Realität zurück.
    
    "Herr N. sind sie wach? Es wird Zeit."
    
    Zeit wofür? Ein kurzer Blick auf meinen Wecker zeigte mir, dass es gerade halb Sechs war. Also noch mitten in der Nacht, mochte es draußen auch schon ein wenig hell sein.
    
    "Frau Dr. L. hat mich anwiesen, ihnen die Beine zu wickeln. Das soll verhindern, dass sich Wasser dort einlagert. Gegen das Wasser in Herz und Lunge haben sie ihre Tabletten. Auf geht´s, jetzt werden sie von mir eingewickelt."
    
    Eigentlich hatte ich ja nichts dagegen, aber die Ärztin wäre mir doch lieber gewesen. Von ihr hätte ich mich gerne um den Finger wickeln lassen. Aber das Leben ist halt kein Wunschkonzert.
    
    Und dann packte sie 6 Elastikbinden ( in Worten: Sechs ) aus einem Karton aus, zog mir meine Schlafanzughose, wohlgemerkt es war eine kurze Schlafanzughose, nach ...
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