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Schicksalsschläge
Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... seine Arme, worauf sie sich an ihm festklammerten und sein Hemd durchnässten. Sylvias Mutter und Michaels Vater sahen mit Erstaunen, wie selbstverständlich Theo die beiden tröstete und ihnen solange beschwichtigend zuredete, bis sie sich wieder etwas beruhigt hatten. Theo bot seine uneingeschränkte Hilfe an, er wollte alles tun, damit die Kinder möglichst bald ihre Mutter wiedersehen konnten. In seinem Auto konnte er alle Vier plus einem Erwachsenen mitnehmen und er würde die Kindersitze für die beiden Kleinen von Sylvia einbauen, die er im Flur gesehen hatte. Nun wurde er den Kindern bekannt gemacht, die ihn, seit sie sich ein wenig beruhigt hatten, neugierig betrachtet hatten. Der Älteste hieß Leonidas, benannt nach dem Spartanerkönig, der gegen die Perser weitergekämpft hatte, nachdem die tapferen Athener schon längst die Flucht ergriffen hatten. Danach kam Sophie, benannt nach ihrer Oma väterlicherseits, dann Cleo (vielleicht die Namensvetterin von Kleopatra, der Pharaonin) und Fabienne, die Jüngste, die sich immer noch an Theo festklammerte, als wäre er ihr Rettungsring. Plötzlich läutete das Telefon und Walter, Sylvias Schwiegervater beeilte sich, den Anruf entgegen zu nehmen. Er hörte dem Anrufer zu, nickte und gab seine Zustimmung, verabschiedete sich und kam zufrieden brummend zum Tisch zurück, wo er von allen mit fragender Miene erwartet wurde. "Das war das Krankenhaus", sagte er zu den Kindern, "Mama geht es soweit gut. Sie hat sich den Arm gebrochen, ...
... eine leichte Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen. Sie muss noch eine gute Woche in der Klinik bleiben, dann darf sie wieder nach Hause." Die Kinder jubelten kurz auf und Walter wandte sich an Theo. "Wärst du so lieb und würdest sie dann abholen? Wie du weißt, fahre ich kein Auto mehr und das von Sylva ist scheinbar hinüber." "Natürlich und morgen Nachmittag fahren wir sie besuchen und bringen ihr frische Wäsche und ein paar Kleinigkeiten zum Naschen mit. Sie braucht wieder Kräfte, die ihr auf die Beine helfen. Und wegen ihres Autos rufst du morgen beim Wagner an , damit er es abschleppt. Ob er noch etwas richten kann, wage ich zu bezweifeln, aber er gute und preisgünstige Gebrauchtwagen bei sich auf dem Hof stehen und da wird sich bestimmt etwas finden." Theo überlegte noch kurz. "Braucht ihr etwas vom Supermarkt. Bevor ich euch morgen hole kann ich es noch kurz einkaufen und euch vorbeibringen. Am besten machst du mir einen Einkaufszettel, damit ich das Richtige hole und keine unnützen Dinge mitbringe." Renate nickte. "Komm mit in die Küche, da schreibe ich dir die Liste." Theo verabschiedete sich von Walter, knuddelte die Kinder und hatte erhebliche Mühe, sich von Fabienne zu lösen, die ihn offensichtlich ins Herz geschlossen hatte und gar nicht mehr loslassen wollte. Er ging zu Sylvias Mutter, die am Küchentisch saß und konzentriert den Einkaufszettel ausfüllte. Er setzte sich ihr gegenüber und blickte sie an. Diese Frau wäre beinahe einmal ...