1. Schicksalsschläge


    Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... seine Schwiegermutter geworden und jetzt machte sie sich große Sorgen um ihre Tochter.
    
    Renate legte den Bleistift neben das Blatt Papier, lehnte sich im Küchenstuhl zurück und blickte Theo offen an.
    
    "Warum Theo, warum machst du das alles?"
    
    Urplötzlich liefen Theo die Tränen über die Wange und er schluchzte leise.
    
    "Weil ich deine Tochter immer noch liebe, weil ich unsere gemeinsame Zeit nicht vergessen habe und weil ich gemerkt habe, das sie mir jeden Tag gefehlt hat."
    
    "Aber sie hat dich doch im Stich gelassen und Michael geheiratet."
    
    "Das mag schon sein, Renate. Aber heute verstehe ich, in was für einer Situation sie damals war und dass sie einfach für uns beide keine gemeinsame Zukunft gesehen hat. Ich habe ja damals selbst nicht gewusst, ob ich jemals wieder ganz gesund werde und meine Zeugungsfähigkeit wieder erlangen würde. Und Sylvia wollte doch unbedingt Kinder und auf ihre Kinder kann sie wirklich stolz sein. Mit mir wäre das damals nicht möglich gewesen. Und ich habe dann Monika kennen und lieben gelernt. Wir hatten zwar nicht viel Zeit miteinander, aber sie hat mir wieder Halt im Leben gegeben."
    
    "Wie du sagst, Theo, ihr hattet nicht viel gemeinsame Zeit und dann bist du wieder alleine dagestanden."
    
    "Ach Renate, mich hat damals meine Arbeit ausgefüllt und ja, ich gebe es zu, sie hat mich auch am Leben gehalten. Hätte ich damals resigniert, dann weiß ich nicht, ob ich vielleicht keine Dummheiten gemacht und meinem Leben vielleicht ein Ende ...
    ... gesetzt hätte. Aber heute ist heute und es bringt nichts, verpassten Gelegenheit hinterher zu weinen. Was jetzt zählt ist, dass Sylvia schnell in den Kreis ihrer Familie zurückkehrt, dass sie wieder gesund wird und sich um ihre Kinder und den Hof kümmern kann. Vor allem die Kinder brauchen ihre Mutter dringend, wenn sie schon ihren Vater verloren haben. Und wenn ihr Hilfe braucht und ich dazu in der Lage bin, dann werde ich euch jederzeit helfen. Egal, worum es dabei geht."
    
    "Aber warum Theo, nach all dem, was passiert ist?"
    
    "Wie gesagt Renate, ich mag deine Tochter immer noch, um es vorsichtig auszudrücken und nachdem ich jetzt ihre Kinder kennenlernen durfte, dann erst recht."
    
    "Nun gut. Wenn dem so ist, dann soll es so sein. Hier ist der Einkaufszettel und wenn es dir recht ist, rechnen wir danach ab. Und du willst uns wirklich morgen zu Sylvia ins Krankenhaus bringen?"
    
    "Ich habe es euch versprochen, also mache ich es auch. Packe bitte eine Tasche für sie zusammen, mit allem was sie braucht. Ich rufe morgen früh noch einmal in der Klinik an und frage nach, ob unser Besuch nicht zu früh kommt. Sonst müssten wir halt noch einen Tag warten. Aber es wird schon werden. So und jetzt mache ich, dass ich mit meinem einäugigen Panzer nach Hause komme, bevor die Polizei auf die Idee kommt, mir noch einen Strafzettel zu verpassen. Ich muss morgen früh mir beim Wagner die Birne und das Glas ersetzen lassen und zum Doc, um mir meine Hände verpflastern zu lassen."
    
    Theo umarmte ...
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