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Schicksalsschläge
Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... Renate kurz, steig in sein Auto und fuhr vorsichtig vom Hof, weil schon wieder leichter Schneefall eingesetzt hatte. * * * Nach einer viel zu kurzen und unruhigen Nacht, ließ sich Theo beim Wagner eine neue Birne einbauen; das Lampenglas musste bestellt werden, weil es nicht vorrätig war. Hauptsache er hatte wieder Licht. Danach fuhr er ins Dorf und kaufte den Supermarkt leer, denn Renate hatte ihm einen umfangreichen Einkaufszettel geschrieben und da sie jetzt kein Auto hatten, durfte Theo all das einkaufen, was dringend gebraucht wurde. Als er auf den Hof kam, sah er dass Walter schon mit dem Traktor den Schnee aus der Einfahrt geräumt hatte. Er rangierte rückwärts bis vor die Haustür und Leonidas half ihm beim Ausladen, während Renate und die Mädchen die Sachen aufräumten. Fabienne konnte nur ein wenig helfen, aber sie wusste schon, wo alles hinmusste. Weil sie noch so klein war, ließ Theo sie nur das Toilettenpapier und das Zewa tragen, aber das tat sie voller Enthusiasmus und war anschließend stolz wie Bolle. Nach einem Anruf bekam er vom Krankenhaus mitgeteilt, dass sie ihren Besuch um einen Tag verschieben sollten, da sich Sylvia erst von ihrer Gehirnerschütterung erholen sollte. Gerade den Kindern war die Enttäuschung anzumerken, aber Theo und die beiden Alten konnten sie ablenken, indem sie mit ihnen am Nachmittag Brettspiele machten. Dann zeigte Leonidas Theo den Hof, dass er schon mit dem Trecker fahren und Schneeräumen konnte. Er war ganz stolz, ...
... dass Theo ihn lobte und Anerkennung zeigte und auch die Mädchen, die Renate im Haushalt geholfen hatten, freuten sich über seine lobenden Worte. * * * Am nächsten Vormittag war Theo wieder um 11 Uhr auf dem Bernauerhof. Nach einem kurzen Mittagessen, bei dem die Kinder voller Vorfreude schon ganz zappelig waren, wurden sie von Renate ordentlich herausgeputzt, was bei Walter ein leichtes Kopfschütteln hervorrief. "Die gehen doch nicht zur Kommunion, sondern nur Mama im Krankenhaus besuchen", meinte er brummig, aber Renate sagte ihm, dass die Kinder schon ordentlich ausschauen sollten. "Typisch meine Frau, immer viel Geschiss um alles", maulte er leise, aber Renate ließ sich davon nicht beeindrucken und setzte ihren Kopf durch. ˋHoppalaˋ, dachte sich Theo verdutzt, Walter redete von Renate als "seine Frau"? War da zwischen den beiden vielleicht etwas im Busch? Er würde es ihnen gönnen, denn er wusste ja aus eigener Erfahrung, dass alleine zu leben nicht so richtig Spaß machte. Mal abwarten, ob und was sich zwischen den beiden entwickeln würde, oder vielleicht bereits hatte. Theo hatte Sylvias Kindersitze in seinem Forrester eingebaut und die Kleinen festgeschnallt. Renate nahm auf dem Beifahrersitz Platz, Leo und Sophie teilten sich die dritte aufklappbare Sitzreihe, den sogenannten Schwiegermuttersitz und behielten ihre jüngeren Geschwister im Auge. Walter würde auf dem Hof bleiben, da kein Sitz mehr frei war und er den Hof nicht alleine lassen wollte. Es waren ...