-
Schicksalsschläge
Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... zappelig. Renate pflückte sich die beiden kleinen Mädchen von Theos Schoß und sagte beiläufg: "Ich glaube, ich gehe mal mit den Kindern in der Caféteria ein Eis essen. In der Zeit könnt ihr euch in aller Ruhe unterhalten. Nach all den Jahren habt ihr euch sicher einiges zu sagen." So schnell konnte sie gar nicht schauen, wie die Kinder aus dem Zimmer gesaust waren und voller Ungeduld am Lift auf ihre Oma warteten. * * * Plötzlich war es ganz still im Zimmer und Sylvia wurde es etwas mulmig zumute. Was würde nun geschehen. Würde Theo sich von ihr abwenden, sie vielleicht mit Vorwürfen überhäufen, oder würde er sie einfach ignorieren. Sie spürte, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten und dann rannen die ersten feuchten Bächlein ihre Wangen herunter. Als Theo sah, dass Sylvia weinte, glaubte er, sein Herz würde zerbrechen. Er wollte die Frau, die er geliebt hatte und die er immer noch liebte, nicht weinen sehen. Er beugte sich zu ihr herunter und küsste ihr zärtlich die Tränen von ihren Wangen. Sylvia umklammerte ihn mit ihrem gesunden Arm und dann brachen alle Dämme bei ihr. Sie ließ ihren Tränen freien Lauf und durchnässte Theos Hemd. All ihre Erinnerungen an ihr Leben kamen an die Oberfläche, all das was sie erfolgreich die letzten Jahre beiseite geschoben und verdrängt hatte. All das brach sich jetzt Bahn und die Gefühle, die hervorbrachen, ließen sie erbarmungswürdig aufschluchzen. Und dass Theo sie nicht von sich schob, sondern sie in seinen Armen hielt ...
... und ihr besänftigend zuredete, ließ sie die Hoffnung schöpfen, dass sich doch alles zum Besseren wenden würde. "Nicht weinen, mein Engel, bitte nicht. Das ist gar nicht gut für mich." "Wieso für dich?", fragte Sylvia etwas verwundert. "Weil ich dann gleich aus Sympathie mitheulen muss." "Ach Theo, mein Theo", meinte sie mit einer Mischung aus Schluchzen und Lachen, "du bist immer noch derselbe liebe, verrückte Kerl wie damals. Trotz aller Geschehnisse bist du immer noch der mitfühlende Typ wie früher. Wie bist du nur auf die Idee gekommen, zu uns auf den Hof zu fahren und woher wusstest du dass ich im Krankenhaus liege?" "Nun, nachdem ich dich aus dem Auto gezo . . ." "Waaaas? Was hast du gemacht? Das will ich jetzt wissen! Mama hat ja doch nur vage Andeutungen gemacht, aus denen ich nicht so richtig schlau geworden bin." Sylvia hatte sich auf ihrem gesunden Arm aufgestützt und schaute Theo durchdringend an. "Na du bist bei Hänner mir in mein Auto gerutscht, nachdem du durch die Leitplanke gebrochen bist. Und da hab ich dich halt rausgezogen. Ich konnte dich doch nicht so in den Gurten hängen lassen und habe mir große Sorgen gemacht dass du schwer verletzt sein könntest. Ich konnte dich doch nicht im Stich lassen." Theo und Sylvia hatten sich mit den rechten Händen festgehalten. Jetzt griff sie nach seiner Linken, die noch mit mit einem weißen Verband umwickelt war, während an seiner Rechten nur noch 2 Pflaster den Handrücken verzierten. "Theo, ...