1. Schicksalsschläge


    Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... rücklings auf Sylvias Krankenbett, während sie breitbeinig über ihm kniete, sich mit der gesunden Hand an der Triangel über dem Bett festhielt und einen wilden Geländeritt veranstaltete.
    
    "Maaaaammmmaaaa! Nein, bleib draußen. Nimm die Kinder und gehe mit ihnen auf den Spielplatz. Gib uns eine halbe Stunde. Daaaaanke!"
    
    Renate schloss mit hochrotem Kopf die Tür, ging zum Schwesternzimmer und ließ sich von der Stationsschwester ein Schild mit dem Aufdruck "Neuaufnahme, bitte nicht stören" geben, was sie mit breitem Grinsen an Sylvias Zimmertüre befestigte. Sie hörte schallendes Lachen aus dem Schwesternzimmer und konnte sich gut vorstellen, über was da drinnen jetzt gelästert wurde.
    
    Sie legte ihr Ohr kurz an Sylvias Türe und die Geräusche, die sie vernahm, klangen nicht so, als wenn da jemand große Schmerzen hatte, im Gegenteil.
    
    Sie rief die Kinder zu sich, und die Gelegenheit für die nächste halbe bis eine Stunde mit Gummibärchen gefüttert auf dem Spielplatz herumtollen zu können, ließ keine neugierigen Fragen aufkommen.
    
    Nur die bedeutungsvollen Blicke, die sich Sophie und Leonidas zuwarfen, ließ sie ahnen, dass da bei den beiden Älteren einige Erklärungen von Nöten sein könnten.
    
    "Tut dir das auch nicht weh, Liebling?", fragte Theo, als er sah, wie sich Sylvia auf ihm austobte.
    
    "Nicht die Bohne", stöhnte sie, "wie habe ich das vermisst die letzten zwei Jahre. Ich habe fast nicht mehr gewusst, wie schön das ist. Oh Theo, hältst du noch ein wenig ...
    ... durch?"
    
    Was für eine Frage. Theo hatte die letzten zwei Jahre auch notgedrungen abstinent gelebt und fühlte nun, wie sich seine Säfte langsam ihren Weg an die Oberfläche bahnten.
    
    "Ein wenig noch, aber sicher nicht mehr lange. Es ist einfach zu schön und zu lange her, als dass ich mich noch lange zurückhalten kann."
    
    "Dann gib es mir Schatz. Gib mir alles, nur keine Hemmungen, noch bin ich nicht zu alt für sowas."
    
    Als Theo das vernahm, war es vorbei mit seiner Zurückhaltung und Selbstbeherrschung. Er explodierte tief in Sylvia und konnte gerade noch einen Ur-Schrei zurückhalten. Es musste ja nicht das ganze Krankenhaus wissen, was sich gerade in Zimmer 131 abspielte.
    
    Sylvia ließ sich erschöpft nach vorne sinken, Theo stützte sie mit seinen starken Armen, damit sie sich nicht noch mehr verletzte, als sie es bisher schon war.
    
    Sie lag mit ihrem Kopf auf seiner Brust, fühlte wie die sich schwer atmend hob und senkte und wie sein Herz sehr schnell schlug.
    
    Sie war kaputt, ausgelaugt, aber unendlich glücklich. Nach all den Jahren hatten die beiden wieder zusammengefunden und wussten, dass sie sich nie wieder trennen würden.
    
    Sylvia hob den Kopf und meinte: "Mama weiß jetzt Bescheid, aber was wird Walter dazu sagen? Und wie sage ich es meinen, nein unseren Kindern?"
    
    Theo küsste sie auf die Stirn.
    
    "Wir werden einen Weg finden, Schatz, der alle zufriedenstellen wird. Aber was meintest du damit, dass du für sowas noch nicht zu alt bist?"
    
    "Das überlasse ich deiner ...