1. Schlampe Yvonne 06


    Datum: 16.03.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... unterlegen war. Der Typ, den ich auf gute 20 Jahre schätzte, erinnerte mich mit seinem Gesicht an einen Falken. Er hatte eine spitz zulaufende, leicht gekrümmte Nase. Seine Haare trug er nach vorn gegelt, dazu war er recht dürr. Für meine Freundin, die sogar noch etwa einen Kopf kleiner war als ich und zwar sportlich, aber schlank war, reichte es jedenfalls. Für uns hätte wohl auch ein Mann gereicht, der deutlich kleiner war als der Typ in seiner blauen Uniformsjacke, den ich auf knapp 1,90 Meter schätzte. Lang, schlaksig, dürr. Absolut nicht mein Typ, ging es mir verrückterweise durch den Kopf. Wie konnte ich in dieser Situation bloß darüber nachdenken?
    
    Auch wenn ich hätte losrennen wollen, bauten sich bereits zwei Kunden vor mir auf, die mir jeglichen Fluchtweg versperrten. Typische hilfsbereite Wohltäter, fluchte ich innerlich.
    
    „Denkt gar nicht drüber nach", kommentierte der Wachmann und griff nun auch meinen Unterarm. „Wir gehen jetzt mal schön ins Büro, und keine Mätzchen machen, klar?" Ohne ihn zu kommentieren trotteten wir mit gesenkten Häuptern wahllos neben dem Kerl, der seinen Griff nicht lockerte und uns mit sich schob.
    
    Der letzte Gedanke an eine Fluchtmöglichkeit war verschmolzen, als wir das „Zutritt nur für Mitarbeiter"-Schild eines Nebeneingangs zu einem Treppenhaus betraten und der schlaksige Kerl uns die Treppen herunter zog.
    
    „So, da sind wir!", kommentierte der Kerl mit einem gemeinen Grinsen, das unserer Situation gegenüber unangemessen war und ...
    ... fügte ein „Herzlich wilkommen." hinzu, als er Nadine und mich unsanft in den offensichtlichen Wachraum des Kaufhauses zerrte und mit einem „Hinsetzen! Und jetzt keinen Mucks mehr!" auf die kargen Holzstühle deutete.
    
    Der Raum war sowieso sehr unterkühlt eingerichtet. Zwei Schreibtische, ein Pult, an dem verschiedene Bildschirme flackerten, die die Ebenen des Kaufhauses zeigten. Also genau das Gerät, was uns wohl zum Verhängnis geworden war. Dazu eine durchgesessene Couch und eine Miniküche, in der die Wach-Mitarbeiter wahrscheinlich ihre Kaffeepausen und ein Mittagessen in der Mikrowelle vorbereiten konnten.
    
    Nadine und ich nahmen Platz und schauten uns einen Moment an. „Scheiße", bildete meine Freundin mit ihren Lippen und kniff genervt die Augen zusammen. „Ich muss mal pinkeln", sagte ich laut in der Hoffnung, irgendwie doch noch eine Möglichkeit zu finden, aus der Situation raus zu kommen.
    
    „Dann wirst du dir wohl in die Hose pinkeln müssen. Oder du wartest jetzt verdammt nochmal ab und hältst den Mund, kapiert!?!" Der schlaksige Falken-Typ fuchtelte nervös auf seinem Handy herum. Irgendwie wirkte er noch nervöser als Nadine und ich. „Kann ich helfen?", kommentierte Nadine mit einem Grinsen auf den Lippen, als auch sie die offensichtliche Nervosität des Wachmannes bemerkte.
    
    „Ich haaaaabe gesagt...", er beugte sich vor und wirkte mit seiner aggressiven angehobenen Stimme unprofessionell und gerade lächerlich, „ihr soooollt.... Dieeeeee... Schnauze halten!!!" Wären ...
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