1. Schlampe Yvonne 06


    Datum: 16.03.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... Sicherlich würde Matthias daran seinen Spaß empfinden, da war ich mir sicher.
    
    Mit dem restlichen Geld, das wir noch in der Tasche hatten, kauften wir ein Fesselset, das aus Hand- und Fußschellen sowie einer Halsfessel bestand und mit einem Karabiner verbunden werden konnten sowie einer Peitsche in Lederoptik. Ich konnte es kaum erwarten, die Spielzeuge mit Nadine auszuprobieren. Allein schon der Gedanke, mich Nadine vollständig hinzugeben oder die sich mir hingebende 19-Jährige mit den Spielzeugen zu verwöhnen, verschaffte mir wieder dieses Magenkribbeln, das ich so oft spürte, wenn ich in der Nähe meiner Freundin war.
    
    Als wir an der Kasse bezahlten, blieben von den 500 Euro noch glatte 20 Euro übrig, die wir für Zigaretten und eine weitere Flasche Sekt investierten. Irgendwie waren wir ziemlich überrascht, in wie kurzer Zeit sich durch den Besuch einer Parfumerie, eines Nagelstudios sowie eines Sexshops so viel Geld unter die Leute bringen ließen.
    
    „Mein Gott, das hat Spaß gemacht", lächelte Nadine, die sich an der Sektflasche zu schaffen machte. Mit der Flasche in der Hand stolzierten wir aneinander gelehnt über den Kudamm und genossen das Gefühl, so richtig eingekauft und uns verwöhnt zu haben. „Das könnte ich jeden Tag machen. Sogar mehrmals am Tag", fügte die 19-Jährige hinzu.
    
    „Wenn Matze nicht so ein Nichtsnutz wär, könnte ich mir das auch jeden Tag leisten", antwortete ich mit einer frustrierten Stimme um dann heiter hinzu zu fügen, „aber wofür gibt es so ...
    ... viele Männer auf der Welt, oder?" Nadine stimmte mir nickend zu. Wieder spürte ich, eng an meine Freundin gekuschelt, unsere Seelenverwandtschaft. In meinem Leben hatte ich noch nie eine Freundin kennen gelernt, mit der ich so offen über unmoralische Dinge sprechen konnte, wie Nadine. Wie hätten wohl meine Klassenkameradinnen oder Freundinnen aus dem Volleyballclub reagiert, hätte ich das Thema aufgemacht, statt einer geregelten Beziehung zu führen die in einem Reihenhaus mit Vorgarten enden würde das Leben zu genießen? Alle Frauen, die ich kannte, hätten mich für verrückt erklärt. Im besten Fall hätten sie das Thema mit Witzen abgehandelt, so, als ob ich meine Fantasie mich von gut betuchten Kerlen aushalten zu lassen ja gar nicht ernst meinen könnte. Als wäre die Idee viel zu abwegig und als wäre Prostitution nicht das älteste Gewerbe der Welt. Dabei fühlte ich mich nicht wie eine Prostituierte. Wie eine Schlampe, ja, vielleicht schon. Aber das war was anderes. Christian hatte uns ja freiwillig Geld gegeben und wir hatten einen wirklich schönen Abend verlebt, viel miteinander gequatscht, viel getrunken. Wahrscheinlich hätten die meisten Menschen, die ich kannte, das wohl anders gesehen. Aber was juckten mich die Meinungen von Menschen, die ich nicht danach gefragt hatte? Nadine und ich waren uns einer Meinung, wir hatten alles richtig gemacht. Und nur darauf kam es doch an. Ein spießbürgerliches Leben würde ich erstmal nicht führen wollen, da war ich mit mir selbst im Reinen. ...
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