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Römische Fesseln 01
Datum: 13.04.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,
... Gestank niemand anhielt, schien die Sklavinnen nicht zu demotivieren. Immer wieder hoben sie ihre Preisschilder. Wenn ich den Preis richtig erkennen konnte, was es wohl das billigste Angebot, von dem ich je gehört hatte. Selbst mein Partykleid war teurer. Und an dem fehlte mehr Stoff, als dran war. Angeekelt wandte ich mich von den Sklavinnen ab. Der Verkäufer und unser Führer begrüßten sich mit einem Handschlag und fingen an sich in der typisch italienischen Art zu unterhalten: Mit ausschweifenden Gesten wurde auch auf uns gezeigt, was mich unbehaglich werden ließ. Als der Verkäufer schließlich auf uns zu kam, wollte ich instinktiv zurückweichen. Der Tag hatte mir gezeigt, wie wenig Anstand die Menschen hier besaßen. Ich war aber überrascht, als er sich zu mir herunter bückte und mir vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht wischte. Seine Stimme klang geradezu freundlich und verleitete mich ihm direkt in die Augen zu sehen. Ruhig hielt er meinem Blick stand und lächelte mir zu. Ich merkte zuerst gar nicht, wie er mich sanft tätschelte und meine Haare weiter ordnete. Zu gern hätte ich verstanden, was er dabei sagte. Es wirkte auf eine eigenartige Weise fürsorglich und ich hätte mich gern bei ihm bedankt. Leider war ich nicht die Einzige hier und musste ihn mit Nette teilen. Als er ihr mit einem Tuch behutsam die Spucke von der Brust wischte, die dort aufgrund des Knebels gelandet war, spürte ich sogar so etwas wie Eifersucht. Oh, man. Wenn das bisschen ...
... Freundlichkeit bereits dafür ausreichte, mussten mich die Erlebnisse stärker mitgenommen haben, als ich dachte. „Mein Freund entschuldigt sich für das, was euch heute passiert ist. Einige Besucher wissen einfach nicht, wie sie sich zu benehmen haben. Er meint, wenn ihr die nächsten Tage vorbeikommen wollte, könnte er euch angenehmere Orte von Rom zeigen. Als kleine Entschuldigung!" Leni hüpfte wieder aufgeregt umher und bedankte sich ausschweifend bei beiden Männern. Typisch, dass sie wieder für uns die Entscheidung traf. Wir werden offensichtlich demnächst noch einmal herkommen. Dann aber ohne diese Ketten. Darauf werde ich bestehen! Alle drei unterhielten sich weiter angeregt, unser Führer übersetzte dabei für Leni, während Nette und ich uns den Abtransport der Sklavinnen ansahen. Diese sahen ganz und gar nicht glücklich aus und versuchten noch während dessen Passanten herzurufen. Durch diese Ablenkung bekam ich leider nicht mit, wie Leni wieder eine ihrer glorreichen Ideen umsetzte. Ich sah nur gerade noch, wie sie hinter der letzten Sklavin ebenfalls das Gebäude betrat. Ein kurzer Ruck an der Kette lenkte meine Aufmerksamkeit auf unseren Führer. „Eure Freundin wollte unbedingt die Lager sehen und meinen Freund überzeugen, sie etwas herumzuführen. Ich werde euch so lange noch ein paar interessante Dinge über den Markt erzählen. Er wurde nämlich ursprünglich von Julius Caesar gegründet, um..." Oh man, Leni. Was hast du dir nun schon wieder in den Kopf gesetzt. Du ...