1. Römische Fesseln 01


    Datum: 13.04.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... hielt, als ob wir bei ihm sicher waren. All die wilden Gefühlen hatten mich wie ausgelaugt und so nahm ich mir vor, diese Sicherheit für den Rest der Tour zu genießen.
    
    Die Runde ging länger, als ich erwartet hatte. Wir drehten nicht nur eine Runde auf dem Markt, sondern bekamen ebenfalls die prächtigen Fassaden der umliegenden Straßen zu sehen. Mehrere fast nackte Frauen kamen uns ebenfalls entgegen und zeigten deutliches Interesse an unserer kleinen Gruppe. Unser Führer würde wohl bald weitere Kundinnen bekommen. Ansonsten verlief der Rundgang wohltuend eintönig und als wir wieder auf den Markt einbogen, lichtete sich die Besuchermenge mehr und mehr. Ein paar der Stände trieben bereits ihre Waren in dunkle Hauseingänge, wo diese wahrscheinlich die marktfreien Tage zubringen werden. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie sie sich fühlen mussten: das unausweichliche Schicksal um ein paar Tage aufgeschoben, doch unmöglich ihm zu entkommen! Wäre es mir beinahe auch so ergangen? Wahrscheinlich nicht. Ich wusste, ich würde keine fünf Minuten brauchen, um unter den Hammer zu kommen.
    
    Bei den Sklavinnen, an denen wir gerade vorbeizogen, war das dagegen anders. Selbst eine Schwarze würde diese aus Afrika oder Frankreich stammenden Frauen nicht als Schönheiten bezeichnen und es war deutlich zu sehen, dass man sie entsprechend behandelte. Wie Sardinnen in einer Dose pressten sie sich in dem Käfig aneinander. Sie standen sich so nah, dass sich ihre Körper an die Stäbe pressten. ...
    ... Der dazugehörige Verkäufer sprach gerade mit seiner zwei Männern und zeigte wenig Interesse das Los seiner Ware leichter zu gestalten.
    
    „Es kam neulich wieder eine große Lieferung aus Paris rein, die alle bei den letzten Randalen verhaftet wurden. Das war ein Geschrei, als sie auf den Markt getrieben wurden. Konnten nicht glauben, was mit ihnen geschieht. Nicht wenige bekamen die Peitsche zu spüren, bevor sie grüppchenweise verramscht wurden. Der Preis für Schwarze ist immer noch im Keller. Es bringt also nichts, sie zu verwöhnen. Nicht, dass ihr euch darüber Gedanken machen müsstet. Die hier sind nur noch der letzte Rest. Doch so wie ich meinen Freund kenne, sind die ebenfalls in den nächsten Tagen verschwunden. Beim letzten Mal hatte eine große Reederei sie zur Unterhaltung aufgekauft. Die sollten mittlerweile wieder Ersatz brauchen." Sein Gelächter schallte regelrecht über den leeren Markt. „Lasst mich euch eine kleine Kostprobe meines Marktes geben. Vielleicht hilft es euch für die Zukunft!"
    
    Eigentlich wollte ich nicht an die Sklavinnen heran, doch weder Leni noch unser Führer beachteten mich. Der Geruch der Schwarzen war bereits von weitem zu erahnen. Jedoch von nahem sahen sie sogar noch mitleidserregender aus. Durch die Hitze strömte der Schweiß geradezu über ihre Haut. Die Sklavinnen, die das Glück hatten am Rande des Käfigs zu stehen, versuchten alles die Passanten auf sich aufmerksam zu machen, was durch den unangenehmen Geruch erschwert wurde. Dass bei diesem ...
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