1. Die Geburt der Odaliske


    Datum: 27.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... folgte ihr. Ich fand die Frau auf einer Liege in der beschriebenen Befindlichkeit. So ließ ich die Schüssel mit kaltem Wasser füllen, tauchte die Tücher ein und umwickelte ihre Waden. Mit einem weiteren Tuche kühlte ich ihre Stirn.
    
    Einmal kam ein großer Mann mit schwarzem Bart herein. "Wie geht es ihr? Kann ihr geholfen werden?" Ich fand es nett, dass der Gärtner sich um die Frauen hier sorgte und berichtete: „Es geht ihr nicht gut, aber mit etwas Kühlung hoffen wir doch, dass wir ihr helfen können." Er sah mich seltsam an und auch etwas zu intensiv. Dann machte er kehrt und verließ den Raum. Da ich zu niemanden anderen gerufen wurde, blieb ich in diesem Zimmer und versuchte weiter meiner Patientin Erleichterung zu schaffen. Ich freute mich, dass es meiner Anvertrauten wieder besser ging und kehrte gegen Abend in meinen Bereich zurück.
    
    Am anderen Morgen kam Abischag ganz aufgeregt ins Krankenzimmer.
    
    „Du sollst sofort kommen!"
    
    „Hat sich der Zustand meiner Patientin so verschlechtert?"
    
    „Der geht es viel besser. Aber er ruft dich."
    
    „Er? Wer ist er?"
    
    „Nun, er, unser Herr!"
    
    Also folgte ich ihr. Ich war ja der Meinung, dass der Herr des Hauses nicht in meine Zuständigkeit fiel. Unterwegs erzählte ich ihr von meiner Begegnung mit dem Gärtner, wobei sie ein Lachen nur schwer unterdrücken konnte. Sie öffnete die Tür und ich trat ein. Es war ein schöner Raum, reich mit Ornamenten und Schriftzügen in schöner arabischer Schrift geschmückt. Aber als ich auf die ...
    ... Liege sah, wusste ich überhaupt nicht mehr Bescheid. Ich wandte mich an Abischag: „Warum liegt denn der Gärtner hier im Bett des Herrn?" Doch sie war auf den Knien und tippte mir auf die Rückseite meiner Knie. Also kniete ich auch nieder. Ich hörte sie sagen: „Herr vergeben Sie uns. Das ist die Krankenpflegerin, nach der sie verlangt haben. Sie ist noch neu hier. Wir haben Strafe verdient, das weiß ich. Doch bitte haben sie Nachsicht mit uns."
    
    Er lächelte und ich hörte wie Abischag aufatmete. „Abischag hab keine Furcht, obwohl du ja Zeit gehabt hättest, die Pflegerin darüber zu informieren wie sie sich in meinem Beisein zu betragen hat. Du kannst nun gehen, wenn die Pflegerin genügend Türkisch verstehen kann."
    
    „Das kann sie, ja. Und ganz herzlichen Dank für ihre Güte und Gnade."
    
    Mit diesen Worten ging sie aus dem Raum und ließ mich und den Mann allein. Wieder fühlte ich eine Enge in meinem Hals und war froh, dass ich kniete, denn ein Fallen war dann nicht mehr so schmerzhaft. Wie aus der Ferne hörte ich diesen Mann sagen: „Das ist also die Schönheit in meinem Harem, die vor mir verborgen wird. Wie heißt denn meine Krankenpflegerin?"
    
    „Ich bin Aljana, Herr. Wie kann ich den Gesundheitszustand des Herrn verbessern?" Erwiderte ich und hoffte er würde mich nicht in sein Bett zwingen und mir Gewalt antun.
    
    „Nun, zunächst mal, dass du keine Panik bekommst, ich höre doch deine Angst in deiner Stimme. Ich esse keine kleinen Krankenpflegerinnen zum Frühstück. Und du darfst ...
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