1. Die Geburt der Odaliske


    Datum: 27.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... nicht dass ich das wüsste. Aber er könnte. Niemand würde dir helfen, kein Bewaffneter, kein Kadi"
    
    „Nun, mich hat er zu einer Partie Dame eingeladen, aber ich befürchte, dass das keine harmlose Partie sein wird."
    
    „Nun, unser Herr ist vieles, aber harmlos sicher nicht"
    
    Meiner Patientin ging es wieder viel besser und brauchte mich fast nicht mehr. Es gab heute nicht so viel für mich zu tun, so richtete ich das Krankenzimmer weiter ein.
    
    Im Schlaf träumte ich wieder von dem Bären. Diesmal hatte er seine Pranken um mich gelegt und hockte sich auf seine Hinterbeine und bot mir so eine Möglichkeit, dass ich fast darauf sitzen konnte. Sein Kopf bildete sowas wie ein Dach über meinem Kopf. Ich kuschelte mich in sein weiches Fell und fühlte mich geborgen. Nichts konnte mir passieren. Dann hörte ich seine Stimme in meinem Ohr: „Du bist angekommen!" Und das Traumbild war verschwunden. Mein Schlaf wurde ruhig.
    
    In den nächsten Tagen geschah nichts Aufregendes, sie waren aber doch damit ausgefüllt ein paar kleine Verletzungen zu versorgen, Verbände zu wechseln und nach der Fieberkranken sehen. Das mit der Einladung war immer mehr in den Hintergrund geraten.
    
    Es war später Nachmittag als Abischag mal wieder in den Krankenbereich kam. Sie war schon ganz aufgeregt: „Er ruft dich wieder, er der Herr." Er war mir plötzlich wieder präsent. Ich spürte meinen Herzschlag bis in den Hals hinauf. „Diesmal kommen wir nicht wieder so gut davon, wenn du dich nicht anständig verhältst. ...
    ... Du kniest dich hin, sofort wenn du in sein Gemach kommst!" Sie öffnete die Tür, wir traten ein und knieten uns nieder.
    
    „Ah! Da seid ihr ja. Abischag, du kannst gehen. Ich werde dich rufen lassen, wenn Aljana wieder zurückmöchte. Vielleicht hältst du eine Mahlzeit für sie zurück. Keine Ahnung, ob sie rechtzeitig zum Abendessen zurück ist." Sie stand auf und verließ uns.
    
    Wieder war ich allein mit diesem Mann. Er trug sein schwarzes Haar offen, welches ihm weich in Wellen über die Schultern hinunterfloss. Vor ihm stand ein kleines Tischchen mit einem Damespiel darauf. Einer der Steine stand aber nicht auf dem üblichen Feld, sondern eine Reihe weiter vorne.
    
    „Aljana, bitte setz dich. Ich habe mir erlaubt meinen ersten Zug schon zu tätigen. Das ist doch das Spiel, das du meintest?" Ich nickte bejahend und setzte mich. Sein Stein lag in der Mitte des Brettes. Er war kein Feigling und zog nicht an den Rand des Brettes. Er sah seine Möglichkeiten und verfolgte sie. Ich war gewarnt.
    
    „Ich habe mir gedacht, das Spiel etwas interessanter zu machen. Wenn du die Partie gewinnst, dann bekommst du von mir, sagen wir, einen Armreifen oder sonst ein Schmuckstück aus diesem Schmuckkästchen."
    
    „Ich weiß nicht, ob ich das annehmen kann? Ich habe nichts was ich ihnen geben kann. Mir gehört nichts, nicht einmal ich selbst gehöre mir, wie ihr wisst."
    
    Nun, da müssen wir was finden. Was hast du denn hier, welches du mir geben könntest.? Wie ich sehe, hast du deine Verbandssachen leider ...
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