1. Die Geburt der Odaliske


    Datum: 27.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... nicht dabei."
    
    „Ich habe nichts dabei, was mir gehört, nicht einmal meine Kleider gehören mir."
    
    „Ah, das ist doch ein Ansatz. Wir könnten ja sagen, für jede verlorene Partie erhalte ich ein Kleidungsstück von dir."
    
    Da ich zuhause meist in dem Spiel gewonnen hatte wollte ich auf den Vorschlag eingehen. Doch ich spielte nicht gegen meine Freundinnen oder meine Familie. Er war bestimmt ein Meister in diesem Spiel, wie seine Eröffnung zeigte. Aber das letzte Mal sagte er, dass er das Spiel schon längere Zeit nicht mehr gespielt hätte. Ich war im Zweifel: „Wenn sie mir versprechen, dass sie ihre Finger bei sich behalten, dann könnte ich das machen." Ich hoffte, dass ich nicht ganz nackt vor ihm sitzen müsste.
    
    „Ja, das verspreche ich feierlich. Ich werde dich nicht berühren."
    
    „Gut, dann will ich ja sagen."
    
    Er spielte gut, richtig gut muss ich sagen. Doch es gelang mir in der ersten Partie vier Damen zu krönen und gewann das Spiel. Er schob mir das Kästchen rüber und ich suchte mir einen kupfernen Armreif aus und legte ihn neben das Brett. Er hatte solange die Steine wieder in die Grundstellung gebracht. Nun hatte ich den ersten Zug und zog selbstbewusst auch in die Mitte des Brettes. Er verlor diese Partie und die nächsten zwei auch. Zu dem Armreifen kam noch ein Zweiter und zwei Ringe hinzu.
    
    Ich fühlte mich auf der Siegesstraße, die Nervosität war gewichen und ich setzte mich bequem auf mein Polster. Vielleicht war ich nicht vorsichtig genug, ich verlor die ...
    ... nächste Partie. Ich zögerte: „Meinen sie das ernst mit dem Kleidung abgeben?" Ich hoffte, dass er verneinte. Doch er lächelte und fragte mich: „Als du diesen Schmuck gewonnen hast, da hast du das nicht gefragt." Also gab ich ihm mein Hütchen. Er lächelte und legte es auf seine Seite neben das Brett.
    
    Das nächste Spiel gewann wieder ich und suchte mir einen Ring aus. „Du weißt, dass so ein Ring an der Nase getragen wird?" Nein, das wusste ich nicht, aber mir gefielen die roten Steinchen. So legte ich ihn auf meine Seite. Das nächste Spiel verlor ich wieder. Ich wollte ihm meinen linken Schuh geben, doch er forderte beide Schuhe. Das zähle als ein Kleidungsstück erklärte er mir als er meinen anderen Schuh auf seine Seite legte.
    
    Nun hatte ich nur noch Weste, Hemdchen und meine Hose. Die wollte ich verteidigen. Doch schon bald lag meine Weste neben den Hütchen und den Schuhen. Als ich das nächste Spiel gewann, konnte ich mich nicht mehr freuen über den Ring mit grünem Stein, den ich auf meine Seite legte. Er hatte das Spiel wieder vorbereitet. Ich versuchte so stark wie möglich zu spielen, doch meine Steine auf dem Brett wurden immer weniger.
    
    Als er meinen letzten Stein gewann, meinte er: „Jetzt bin ich gespannt was du wählst." Nur zögernd griff ich an den unteren Bund meines Hemdes. Damals, vor den Männern in jenem Gutshof, konnte ich das nicht tun. Doch dieser Mann, so gefährlich schien er nicht zu sein, er war sogar nett. Also überwand ich mich und zog das Hemd über ...
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