1. Am Arsch der Welt


    Datum: 10.11.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... anging, kein Risiko eingehen wollten und blieben. Hier hatte sie niemand nach einem Ausweis gefragt, aber was wäre woanders?
    
    "Ja", antwortete Tom und erläuterte, warum die Männer die Finger von Camilla gelassen hatten.
    
    "Ich hatte es Serge nie erzählt", begann Svenja daraufhin, "er weiß eigentlich nur, dass ich als Svetlana getauft wurde. Warum ich mich Svenja nenne, hat er nie hinterfragt."
    
    "Aber mir wirst du es jetzt sagen?"
    
    "Wir sind mit einem Zug Strafgefangener in der Nähe verunglückt. Wir waren die einzigen Überlebenden. Wir sind abgehauen und haben uns hier niedergelassen. Er hat mir von seinem Fehlurteil erzählt, aber ich hab ihm nie gesagt, warum ich in dem Zug saß."
    
    "Soweit kenne ich die Geschichte."
    
    "Ja, ich weiß, das haben wir bei unserem ersten Treffen schon erwähnt. Ich wollte mit der alten Svetlana nichts mehr zu tun haben. Daher der Namenswechsel."
    
    "Und was hat diese Svetlana nun so schlimmes verbrochen?", wurde Tom langsam ungeduldig.
    
    "Ich war eine Nutte", beichtete sie. "Ich hab für Geld mit Männern geschlafen."
    
    "Oh", sah Tom sie verblüfft an. Nach einer Weile hellte sich sein Gesicht jedoch wieder auf. "Aber das war Svetlana. Jetzt bist du Svenja."
    
    "Jetzt bin ich deine Frau", erwiderte sie ernst, "und daher solltest du wissen, mit wem du es zu tun hast. Ich hatte große Pläne, war ehrgeizig, wollte studieren. Doch dazu fehlte mir das Geld. Wohnung, Miete, Essen, Auto, einfach alles kostete. Bücher kann man sich ausleihen, ...
    ... den Lebensunterhalt nicht. Also hab ich die Beine breit gemacht. Es fing an mit ein oder zwei Kerlen die Woche, doch ich konnte nicht genug kriegen. Bald waren es zwei oder drei am Tag und das Studium wurde zweitrangig. Das schnelle Geld stand im Vordergrund und Spaß hat es schließlich auch gemacht. Meistens jedenfalls. Du lernst jede Art von Kerlen kennen und damit meine ich nicht nur ihre Schwänze. Es gibt auch Arschlöcher und die wollen Sachen, die kannst du dir nicht vorstellen. Sich als Krankenschwester zu verkleiden, ist noch das harmloseste. Ein ganz hartnäckiger hat mich dann verpfiffen. Illegale Prostitution hat es geheißen, zwei Jahre Knast. Ich hätte daraus lernen sollen, doch kaum war ich wieder draußen, hab ich mein altes Leben wieder aufgenommen. Was auch sonst? Gelernt hatte ich nichts, aber die Beine breit machen, konnte ich immer noch. Nach der zweiten Verhaftung bin ich dann nicht so gut weggekommen. Fünf Jahre Straflager, dort, wo Serge auch hinkommen sollte. Wo auf jede Frau fünf oder zehn Männer kommen. Ein Witz, oder?"
    
    Offensichtlich hatte man in ihrer Gerüchteküche ganz andere Märchen verbreitet, als bei Serge.
    
    "Wie lange hast du das gemacht?"
    
    Die typische Männerfrage, dachte sich Svetlana. Die eigentlichen Fragen lauteten: 'Mit wie vielen Kerlen hast du geschlafen?' 'Wie groß ist die Konkurrenz?' 'Bist du immer noch so leicht zu haben?'
    
    "Alles in allem knapp vierzehn Jahre. Mit Unterbrechungen. Es müssen mehrere Tausend Männer gewesen ...
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