1. Erziehung zur Dienstbarkeit


    Datum: 04.01.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... starrte er weiter auf die dunkle Wasseroberfläche. Er konnte sehen, wie Mary sich entspannt im Wasser treiben ließ, das in der Sommersonne glitzerte. Ihr offenes Haar schwamm um ihren Kopf und umkränzte ihn wie ein rotes Korallengeflecht. Ihr weißer Körper hob sich vom dunklen Boden des Beckens ab. Dann spritzte das Wasser auf, als Tine zu Mary hineinsprang. Das Bild verblasste unter Schreien, Lachen und Prusten.
    
    Georg musste innerlich über seine Vision lachen. Wie einfach war sie als Phantasiegespinst zu entlarven, denn die ehrbaren Frauen der Anstalt wären hier wohl nie ohne ein anständiges Badekleid zu sehen. Er wollte Mary diskret fragen, wie er sich das Becken im Sommer vorzustellen hätte und drehte sich um.
    
    Ihre Gesichter waren nur eine Handspanne voneinander entfernt, so eng stand sie an ihn gelehnt. Er sah, wie es in ihren Augen aufblitzte und sie kurz die Zähne fletschte, um dann zuzuschnappen. Reflexartig versuchte er auszuweichen, doch ihre kalten Lippen trafen ihn im Mundwinkel. Es dauerte eine Weile, bis er den Schreck überwunden hatte, dann erwiderte er ihren Kuss immer noch vorsichtig.
    
    „Ich denke, wir sollten uns langsam auf den Rückweg machen", sagte Mary, als sie die Uhr vom Schloss schlagen hörten. „Das Abendessen wird bald fertig sein. Ich habe schon Hunger."
    
    „Ja, wir sollten... das war unerwartet. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke, dass du mich hierher geführt hast."
    
    „Ein geheimnisvoller Ort, nicht? Gib mir lieber deine Hand, ...
    ... Georg, damit du nicht noch einmal verloren gehst. Wir müssen bald einen Termin für die zweite Lektion machen. Du bist ein guter Schüler. Es geht schneller voran, als ich gedacht habe."
    
    ***
    
    Mit einem guten Gefühl sah Georg der bevorstehenden Lektion entgegen, denn er hatte sich bestens auf seine anstehenden Dienstpflichten vorbereitet. Die Wissenschaft hatte ihn dabei vorzüglich unterstützt. Er war euphorisch, denn es war selten, dass sich theoretische Erkenntnis und ihre praktische Nützlichkeit auf so vollkommene Weise ergänzten.
    
    Am Vortag hatte er endlich Zeit für einen Besuch im Schloss gefunden. Bei seiner Einstellung war vereinbart worden, dass er die Bestände der gräflichen Bibliothek und der Sammlung nach geeignetem Lehrmaterial durchsehen konnte. Die Gräfin, der er bei der Gelegenheit seine Aufwartung machen wollte, war nicht zugegen gewesen, aber der major domus hatte ihn ohne Widerspruch in die Schlossbibliothek geführt und dort alleine gelassen.
    
    Georg konnte sofort sehen, dass es in der gräflichen Familie eine Reihe eifriger Sammler gegeben hatte. Die hohen Regale der Bibliothek spiegelte die Vorlieben der Jahrhunderte wider. Aus den flachen Schubladen des großen Lesetisches, der die Mitte der Raumes ausfüllte, zog er einige schöne Festungspläne und Stadtansichten. Aber am meisten reizte ihn das übermannshohe Raritätenkabinett, dessen schwere Türen aus poliertem, dunklem Holz er behutsam öffnete. Er fand ein Herbarium, eine Mineraliensammlung, Fossilien und ...
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