1. Erziehung zur Dienstbarkeit


    Datum: 04.01.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... überlegte er, die Gelegenheit zu ergreifen und ihre Sommersprossen zu zählen. Sollte er sich setzten und warten oder sich einfach aus dem Zimmer stehlen, um so die heutige Lektion zu schwänzen? Aber würde das nicht so aussehen, als wolle er sich vor dem Dienst drücken?
    
    Vielleicht musste er in dieser außergewöhnlichen Situation die Unterrichtsplanung selbst in die Hand nehmen. Wenn er ihr seine neu erworbenen conchologischen Kenntnisse demonstrieren wollte, musste er Mary wohl oder übel wecken. Er trat ein wenig näher heran, doch dann überkam ihn einen eigentümliche Scheu, die Schlafende zu berühren. Zum Märchenprinzen war er wohl nicht gemacht; er musste die Sache anders angehen und verließ seine Unentschlossenheit überwindend das Zimmer.
    
    Tine, die am Tisch saß mit einem Eimer voller Äpfel zwischen den Knien, wunderte sich sehr, als Georg zögernd die Küche betrat. „Hast du wieder Hunger auf Kraut... oder dieses mal lieber auf was Süßes?", fragte sie ihn lachend und biss die gute Stelle aus einem halbverfaulten Apfel.
    
    „Nein, bitte... ich müsste noch einmal Kaffee kochen. Könnten Sie mir helfen? Wo sind denn die Sachen? Ich mache dann schon", stotterte Georg.
    
    „Aber ich dachte der Unterricht heute ist abgeblasen", warf Tine kauend ein. „Hat jedenfalls Maria gesagt. Wir sind gestern noch ewig nach dem Bad zusammengesessen. Sie fand ihr ‚albernes Experiment' auf einmal ganz und gar überflüssig und wollte es ein für allemal beenden."
    
    „Was denn für ein Experiment?", ...
    ... hakte Georg begriffsstutzig nach.
    
    „Na, die ganze Sache mit der Bedienung. Ich fand die Idee stark, dass auch mal die Männer die Frauen bedienen. Das ist mir noch nie passiert", seufzte sie, blickte Georg verträumt an und leckte sich dabei gedankenverloren die Finger ab. „Aber wenn du hier bist, geht es wohl doch weiter."
    
    „Ich weiß nicht. Ich wollte Mary mit diesem Liebesdienst überraschen. Sie ist im Salon eingeschlafen. Da dachte ich, ein Kaffee wäre ein schöner Weg, sie aufzuwecken. Aber wenn Sie sagen, sie will den Unterricht abbrechen... "
    
    „Eingeschlafen... so, so, dann war es wohl wirklich zu lang gestern Abend. Also von mir weißt du nichts", und Tine verschloss ihren Mund mit einem imaginären Schlüssel. „Natürlich macht ihr weiter. Was für eine Frage. Es ist doch alles auf dem besten Wege."
    
    Sie stand auf, wischte sich ihre Hände an ihrer Schürze ab und half ihm, das Kaffeegeschirr zusammenzusuchen. Georg machte sich halbherzig an die Arbeit, doch Tine wich nicht von seiner Seite und trieb in an, bis er den Kaffee bereit hatte. Sie fand zwei besonders schöne, rote Äpfel, die sie mit auf das Tablett mit den Kaffeetässchen und der Stilkanne legte. Dann schob sie ihn mit einem breiten Grinsen aus der Küche mit dem Auftrag, Maria auch einen Kuss von ihr zu geben.
    
    Als Georg den Kleinen Salon wieder betrat, wäre er fast mit Mary zusammengestoßen. Sie entschuldigte sich wortreich, dass sie eingeschlafen war und bedankte sich überschwänglich für den Kaffee. So eine ...
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