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Die Vorleserin
Datum: 09.04.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... regelmäßigen Versmaß eines Sonetts in ihre Vagina. Hannas Atem ging nun stoßweise, sie hatte die Augen nach oben verdreht. Ihre Lippen zitterten, ihre Lider begannen zu flattern. "Oh Gott, ja!", rief sie aus, als ihr Körper unter mir im Höhepunkt erbebte. Fast gleichzeitig kam auch ich. Unsere ineinander verschlungenen Leiber zuckten ekstatisch, verbunden in einer tiefen Intimität, wie ich sie nie gekannt hatte und die weit über die körperliche Vereinigung hinausging. Keuchend rollte ich mich von ihr und legte mich neben sie. Hanna griff nach einer Packung Zigaretten auf ihrem Nachtkästchen und zündete sich eine an. Versonnen an die Decke blickend rauchte sie. Beim Anblick ihres wunderschönen nackten Körpers, glänzend vor Schweiß und erhitzt vom Liebesakt, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. "Hanna, ich liebe dich", platzte ich heraus. Sie warf mir nur einen kurzen Seitenblick zu. "Nein, das tust du nicht." - "Wie kannst du das sagen?", rief ich schockiert aus. Sie seufzte. "Du begehrst mich wegen meines Körpers, meiner Stimme, vielleicht wegen der Erfahrung, die du mir zuschreibst, obwohl ich davon nicht so viel habe wie du vielleicht glaubst. Aber das ist keine Liebe, das ist höchstens Vernarrtheit." - "Nein! Ich..." - "Schhh!" Sie legte mir einen Finger auf die Lippen. "Sag es nicht noch einmal. Was wir haben, ist doch schön, oder? Mach es nicht mit unnützen Worten kaputt." Ich stand schweigend auf und kleidete mich an. "Du kommst doch morgen ...
... wieder?", fragte sie. "Ja. Natürlich." * In den folgenden Wochen verbrachte ich alle meine freien Nachmittage mit Hanna. Sie las mir Sonette vor, danach schliefen wir miteinander. Die Treffen mit ihr füllten in dieser Zeit mein Leben aus. In der Schule, beim Essen mit meinen Eltern, beim Ausgehen mit Freunden und abends im Bett dachte ich an nichts anderes als sie. Ich freute mich in jeder wachen Sekunde auf das nächste Treffen mit ihr, darauf, ihrer wunderbaren, kultivierten, verführerischen Stimme lauschen zu dürfen und danach von ihrem weichen, geschmeidigen Körper zu ungeahnten Höhen der Lust geführt zu werden. Kurz, ich war völlig in Hannas Bann. Hätte sie mich gebeten, sie zu heiraten oder mit ihr durchzubrennen, ich hätte ohne Zögern ja gesagt. Aber natürlich tat sie das nicht, und ich wagte es nicht, nach der ersten Zurückweisung noch einmal meine Gefühle für sie anzusprechen. In stillschweigendem Übereinkommen beschränkten wir unsere Beziehung auf Poesie und Sex. Ich fühlte mich mit ihr dennoch wie im siebten Himmel, und auch Hanna schien glücklich zu sein, wenn wir zusammen waren. An einem milden Tag Anfang Dezember war ich wie immer gleich nach der Schule zu Hanna gekommen. Nachdem sie einige Sonette vorgelesen hatte, räusperte sie sich. "Das ist das hundertvierundfünfzigste Sonett. Das letzte." Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort, bis das Sonett endete: "Came there for cure and this by that I prove / Love's fire heats water, water cools not love." Sie ...