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No-LIMIT-Rooms 08
Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,
... Arztes nicht dauerhaft sein würde. Trotzdem bat ich sie, sich einmal kurz vorzustellen. Nach kurzer Verblüffung willigten alle ein. Die Hochschwangere hieß Polina und kam aus Bulgarien. Aigul bedeutete auf Kirgisisch Mondblume sie kam entsprechend aus Kirgisien. Die fünf anderen Frauen kamen ebenfalls aus dem Ausland. Mavi aus Aserbaidschan, Chinara aus Nigeria, Li-Ming aus Nordchina, Chau aus Vietnam, und Hala aus Syrien. Diese letzten vier Frauen sprachen nicht besonders gut Russisch und beteiligten sich nur wenig an unserer Unterhaltung. „Und was ist das hier nun? Ein Bordell? Arbeiten wir als Nutten? Bin ich eine Nutte?", platzte ich mit den Fragen heraus, welche mir schon die ganze Zeit auf dem Herzen lagen. Die Frauen sahen sich unangenehm berührt an. Schließlich antwortete Aigul: „Wir sind alles Nutten, ja. Auch Du! Aber das hier ist kein Puff. Nicht so richtig. Das hier ist besser als ein Puff!" Geschockt sah ich sie an: Ich war eine Nutte? „Was ist das hier dann?" „Sie nennen es Fetisch-Bar. Die Männer hier stehen auf Muttermilch." Ungläubig starrte ich in die Runde. Sollte das ein Scherz sein? Doch die Frauen wichen meinem Blick aus. „Und was tun wir hier dann?" „Das kann ich Dir erklären!" Erschrocken blickten alle in die Richtung, aus der Yuris Stimme erklungen war. Er stand am Eingang und betrachtete unsere kleine Versammlung. „Also ist es keine Show gewesen? Du kannst Dich wirklich an nichts erinnern? Dann komm mal mit, ich ...
... werde Dir alles zeigen und Dich aufklären." Noch immer hielt ich meine Tochter im Arm, die wieder eingeschlafen war. „Was ist mit meinem Baby?" „Aigul, nimm Nadias Kind und kümmere Dich darum. Bring es ins Kinderzimmer. Ihr hattet doch alles vorbereitet?" „Ja, Boss!", antwortete Aigul sofort und senkte ihren Kopf. „Ihr anderen könnt noch putzen, wenn ihr Langeweile habt. Hier soll alles sauber sein. Ist das klar?" Yuris Befehl klang scharf. Alle nickten und erhoben sich. „Nadia, Du kommst mit mir!" Ohne sich umzusehen, verließ Yuri den Raum. Aigul nahm mir schnell meine Tochter ab. Einen Moment lang hin- und hergerissen, zwischen meiner Tochter und meiner Neugier, stand ich unentschlossen da, bis Aigul mich drängte, ihm zu folgen. So eilte ich in den Flur. An der Treppe, wo er auf mich wartete, holte ich ihn ein, dann ging er hinunter. Zugleich ängstlich als auch neugierig folgte ich ihm. Noch immer konnte ich mir nicht vorstellen, eine Nutte zu sein. Warum kannte ich überhaupt den Begriff? Woher wusste ich, was das war, hatte meine Sprache, konnte mich aber an überhaupt nichts Persönliches erinnern? Unten angekommen, gingen wir rechts durch eine Brandschutztür, gelangten in einen weiteren Flur, wo es rechts anscheinend in die Küche ging, und links Büros waren. Yuri ging gleich durch die erste Bürotür, ich folgte zögernd. Es war ein typisches Büro, mit Aktenschränken, Computer und Telefon. Nicht übermäßig groß, aber geräumig. Ein Ventilator ...