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No-LIMIT-Rooms 08
Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,
... zweite Tür, etwa 5 Meter weiter, stand offen. Auf dem mit Kies bedeckten Hinterhof waren Wäscheleinen gespannt, an denen zahlreiche Wäschestücke hingen. Überwiegend Handtücher, Frauenklamotten und Unterwäsche, vereinzelt Jeans und Bettwäsche. An der Wand neben der offenen Tür stand ein leerer Kinderwagen. Mit einem kurzen Blick erkannte ich, dass er zwar schon älter, aber innen sauber war. Bisher hatte ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht, wo meine Tochter schlafen könnte. Durch die offene Tür sah ich ein breites Treppenhaus. Zögernd trat ich ein. Die Betonstufen waren ausgetreten, die Wände mit einer lachsfarbenen Latexfarbe gestrichen. Überrascht nahm ich zur Kenntnis, dass mir die Art der Farbe sofort auffiel. Von oben erklang die Musik, welche ich schon vorne gehört hatte. Vorsichtig ging ich nach oben. Mein Baby hatte sich wieder beruhigt und kuschelte sich an meine Brust. Oben betrat ich einen breiten Flur, von welchen links und rechts Türen abgingen. Einige standen offen. Eine junge Frau, bestenfalls Anfang 20, kam gerade aus einem der Zimmer. Sie war offensichtlich hochschwanger. Sie trug Shorts, ein weites T-Shirt und rosa Badelatschen. Als sie mich sah, wurde ihr Blick freudig und sie watschelte mir entgegen. „Nadia, Du bist zurück! Das ist toll!" Sie sprach Russisch mit ganz leichtem Akzent, ihrem Aussehen nach war sie Europäerin. Um ihren Hals trug sie ein ca. 8-10 cm hohen Halsreif aus gebürstetem Metall, mit einem goldfarbenen ...
... Verschluss an der Vorderseite. Ein sehr ungewöhnliches Schmuckstück, aber nicht unkleidsam. „Ähm, ja, hi!", antwortete ich verlegen, weil ich sie nicht erkannte. Sie betrachtete mein Baby und verzog verzückt das Gesicht. „Wie süß! Junge oder Mädchen?" „Mädchen." „Und wie heißt sie?" „Ich habe noch keinen Namen für sie!" Ihr Gesichtsausdruck wechselte von Verzückung zu Erstaunen. „Weshalb nicht? Du wolltest doch eigentlich den Namen Deiner Großmutter nehmen, wenn es ein Mädchen wird." Die Asiatin erschien im Flur und kam zu uns. Sofort fiel mir auch an ihr das Halsband auf. Es war identisch. „Hallo Nadia, willkommen zurück! Alles gut verlaufen?" „Hallo, äh, ja, nein. Ist schwer zu erklären." „Stell Dir vor, Aigul, sie hat ihrer Tochter noch keinen Namen gegeben!", berichtete die Erste entrüstet. Verblüfft sah mich die Aigul genannte an. „Warum das denn nicht?" „Weil ich mein Gedächtnis verloren habe!", erklärte ich seufzend. Nach kurzer Überraschung führten mich die Frauen in einen kleinen Gemeinschaftsraum, wo sich weitere Frauen zu uns gesellten. Insgesamt waren wir zu acht im Raum. Außer der Ersten war keine weiter schwanger, zumindest sah ich keine Bäuche. Aber außer mir trugen alle diese Halsbänder, welche ich nun nicht mehr so modisch fand. Eher erschreckend. Nachdem wir auf den Sofas an den Wänden Platz genommen hatten, berichtete ich kurz, dass ich bei meiner Geburt mein Gedächtnis verloren hatte, aber die laut Auskunft des ...