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No-LIMIT-Rooms 08
Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,
... sorgte für Luftzirkulation, abgesehen davon war es warm im Raum. Absolut ungewöhnlich war ein Bild an der Wand. In einem Glasrahmen steckte ein, etwa DIN A2 große, blassrosa Leinwand, auf der in zartem Rot zwei Blumen zu erkennen waren. Aber die waren nicht gemalt, sondern getupft. So etwas hatte ich noch nie gesehen, und vor allem niemals in so einem Büro erwartet. Yuri bemerkte meinen Blick, sagte jedoch nichts, sondern wartete ab, ob ich etwas dazu sagen würde. Ich beschloss, das Bild als unwichtig zu ignorieren. Seufzend schüttelte er seinen Kopf. „Bitte, setz Dich doch", wies er mir den Stuhl vor seinem Schreibtisch zu, während er zu einem Kühlschrank ging. „Möchtest Du was trinken? Eine Cola vielleicht?" Zunächst wollte ich ablehnen, entschied mich dann aber anders. „Ja, gerne, Danke!" Er entnahm zwei Dosen und stellte eine vor mich hin, bevor er sich in seinen Bürosessel setzte und seine Dose öffnete. Dann trank er einen tiefen Schluck. Ich tat es ihm nach. „Was weißt Du über Buchhaltung?", begann er dann. Ich durchforschte mein Gedächtnis. Endlich zuckte ich meine Schultern: „Nichts, denke ich!" Er schob mir zwei ausgedruckte Listen auf Russisch herüber. Es waren Tabellen und Buchungsbelege, soweit erkannte ich. Was sie aber genau beuteten, begriff ich nicht. Kopfschüttelnd schob ich sie zurück. „Tut mir leid, aber das verstehe ich nicht." Yuris Blick konnte ich nicht deuten. Er betrachtete mich nur eine Minute, bevor ...
... er schließlich den Kopf schüttelte. „Du bist zurück und kannst arbeiten. Das ist gut. Aber schlecht ist, dass Du alles vergessen hast. Das ist ein Problem." „Ich kann nicht als Nutte arbeiten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich hier jemals als Nutte gearbeitet habe." Yuris Blick wurde finster. „Mädchen, Du bist, was Du bist. Letztlich müssen wir alle Dinge tun, die wir nicht wollen, um zu überleben." „Weshalb bin ich hier?" „Ah, die Frage! Alles zu erzählen würde jetzt zu lange dauern, aber Tatsache ist, dass Du nirgends anders hin kannst. Du gehörst mir!" „Ich bin also eine Zwangsprostituierte, eine Sexsklavin?" „Niet. Keine Sexsklavin. Du bist in Schuldknechtschaft. Du arbeitest Schulden bei mir ab. Und zufällig kannst Du das hier am besten und schnellsten." „Was für Schulden?" „Familienschulden! Die Deiner Schwester!" Ich hatte eine Schwester? „Warum ich und nicht sie?" „Weil sie sich durch Flucht der Begleichung ihrer Schulden entzogen hatte. Sie hatte Dich geopfert." "Hatte? Ist sie tot?" Er sah mich an. "Du hast wirklich keinerlei Erinnerung, wenn Du Dich nicht einmal mehr daran erinnerst." Ich fühlte ein leichtes Bedauern, bei dem Gedanken, dass meine Schwester gestorben war, doch mehr auch nicht. Es war nichts Persönliches. Ohne Erinnerung war sie eine Fremde. „Also hast Du mich entführt?" Yuri hob beide Hände und öffnete sie nach vorne, in einer Geste, die ‚bitte sehr' bedeutete. „Wann?" „Vor ...