1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... ganzen Wissen, aber Du solltest wirklich akzeptieren, dass Du nicht Stricken kannst", lachte Polina. „Beim letzten Mal hast Du es sogar geschafft, Dich mit den stumpfen Nadeln zu stechen!"
    
    Ich ignorierte ihren gutmütigen Spot. Verbissen probierte ich es erneut. Schließlich konnte doch jeder stricken, oder nicht?
    
    Diesmal gelangen mir einige Reihen, bis ich erneut einen Fehler machte.
    
    Entnervt gab ich auf.
    
    „Weshalb kann ich nicht stricken?"
    
    „Du hast es nie gelernt, weil Du stricken hasst! Du verabscheust Handarbeiten. Das ist nicht Deine Welt. Und als Du es doch versuchen wolltest, nur um uns zu beweisen, dass es schließlich nicht schwer sei und viel zu banal für Dich, endete es mit einer Stricknadel in Deiner linken Hand!"
    
    Nachdenklich betrachtete ich das krumm und schiefe Ergebnis meiner Bemühungen in meiner Hand. Wieder hatte ich etwas über Nadine erfahren, über mich selbst. Und trotzdem hatte ich noch immer keine Erinnerungen.
    
    Missmutig ribbelte ich das Gestrickte auf und wickelte das Wollknäuel wieder auf, bevor ich alles an Polina zurückgab.
    
    „Was habe ich stattdessen abends gemacht?"
    
    „Wenn Du mal mit uns zusammen gesessen hast, hast Du mit uns geplaudert. Oder häufig haben wir einfach nur einen Film angesehen. Doch das kam selten vor. Meist hast Du bis kurz vorm Schlafengehen im Büro gearbeitet."
    
    War ich so ein Arbeitstier?
    
    Was hatte ich so lange im Büro erledigt? Ja, Buchhaltung war zeitintensiv, so viel wusste ich. Doch bis spät in die ...
    ... Nacht hinein?
    
    Erneut verfiel ich ins Grübeln.
    
    * * *
    
    Erst als ich heftig wachgerüttelt wurde, wurde mir bewusst, dass ich eingeschlummert sein musste.
    
    „Danke, ich bin wach, Polina!", wehrte ich die Hand ab. Doch als ich aufblickte, sah ich wieder in Aiguls besorgtes Gesicht. Meine Muskeln waren verspannt und mein linkes Bein eingeschlafen.
    
    „Polina ist zu Bett, sie wollte Dich sicher nicht wecken. Aber Du solltest wirklich in Deinem Bett schlafen!"
    
    Ich fühlte mich völlig dösig und es dauerte, bis ich richtig verstand.
    
    „Nein, schon gut. Ich habe ja jetzt etwas geschlafen. Ich übernehme die Restwache wegen der Kinder", wehrte ich ab.
    
    „Polina hat das Babyfon mitgenommen. Sobald die Kleinen einen Ton von sich geben, wird sie nachsehen", widersprach Aigul. „Du brauchst Ruhe!"
    
    „Wie spät ist es?"
    
    „Kurz nach drei. Ich muss gleich wieder hinunter, wollte nur kurz hoch und nach Dir sehen."
    
    „Nach mir? Weshalb?"
    
    „Dummerchen, weil ich mir Sorgen um Dich mache!"
    
    Mühsam reckte ich mich und massierte dann meinen schmerzenden Beinmuskel.
    
    „Mit mir ist alles in Ordnung!", behauptete ich.
    
    „Das glaubt Dir niemand. Und nun komm. Wir pumpen Dir noch mal Milch ab, bevor Du schlafen gehst. Dann kannst du bis Mittag schlafen. Ich werde Marja füttern, wenn ich nachher hochkomme."
    
    „Du weißt, dass ich das nicht kann. Ich habe nur noch heute Zeit, etwas zu lernen."
    
    „Tut mir leid, aber auch ich benötige Schlaf. Ich werde garantiert bis Mittag schlafen! Vor ...
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