1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... Yuri genehmigen lassen und wurdest immer begleitet."
    
    Das ergab Sinn. Allerdings verstand ich nicht, weshalb ich trotzdem noch keinen Versuch unternommen hatte zu flüchten. Einen Moment lang überlegte ich, Aigul danach zu fragen, doch dann entschied ich mich dagegen.
    
    Nach und nach verließen die letzten Gäste die Bar. Einigen musste hinaus geholfen werden, weil sie nicht mehr alleine gehen konnten. Doch es ging überraschend friedlich zu. Nicht zuletzt, weil Sasho, mithilfe der Türsteher, jeden Ärger im Ansatz unterbanden.
    
    Chinara verließ das Separee nach etwa einer Dreiviertelstunde, kurz darauf verließ dann auch dieser Gast die Bar.
    
    Wir begannen, die Tische abzuwischen, den Boden zu reinigen und generell alles sauber zu machen. Hong und Chau zogen sich dicke Gummihandschuhe an und machten sich daran, die Toiletten zu reinigen.
    
    Ich räumte mit Aigul gerade die letzten Gläser in die Regale, als Sasho hinter die Bar trat und unsere Trinkgeldkasse ergriff, die mit einem kleinen Stahlseil an der Theke gesichert war. Er fischte einen Schlüssel aus seiner Tasche, schloss sie auf und kippte den Inhalt auf die Theke. Aus seinem Anzug entnahm er weitere Geldbündel und legte sie hinzu. Dann begann er zu zählen.
    
    „Was macht er da?", fragte ich, Aigul ins Ohr flüsternd.
    
    „Er zählt unser Trinkgeld. Das teilt er dann unter uns allen auf. Auch die Türsteher und die Köche bekommen was!", flüsterte sie zurück.
    
    Die meisten Scheine waren Rubel, doch es waren auch Dollar und ...
    ... Euro dabei. Verwundert überschlug ich die Summe, alles zusammen umgerechnet etwas über 500 €. Erst Sekunden später fiel mir auf, dass ich automatisch die Wechselkurse berechnet hatte. Für russische Einkommensverhältnisse war das eine stolze Summe, welche wir da zusammenbekommen hatten.
    
    „Das ist ne Menge Geld, was da liegt!", entfuhr es mir leise.
    
    Aigul zuckte nur mit den Schultern.
    
    Sasho war fertig mit zählen. Alle ausländischen Devisen steckte er ungerührt in seine Hosentasche, den Rest des Geldes teilte er in zwölf Bündel auf. Das größte steckte er ebenfalls in die eigene Tasche. Dann drehte er sich zu uns um und hielt Aigul ein Rubelbündel hin.
    
    Aigul nahm es ihm ohne Kommentar ab, während Sasho, ebenso wortlos, wie er gekommen war, nach vorne ging, und jedem der Mädchen ebenfalls ein Bündel Scheine überreichte.
    
    Aigul zählte vor meinen Augen das Geld. Von der stolzen Summe war nur noch ein Bruchteil übrig. Umgerechnet kaum mehr als 20 €.
    
    In mir kochte es hoch.
    
    „So ein Schuft! Der kann doch nicht einfach unser Geld klauen?"
    
    Schon wollte ich mich umdrehen und Sasho nach, da ergriff mich Aigul an der Schulter.
    
    „Lass das. Das ist ein Kampf, den Du bereits verloren hast! Du weißt doch, wer und was Sasho ist. Auch Du kamst in der Hinsicht bisher nicht gegen ihn an. Das ist der einzige kleine Sieg über Dich, den er erringen konnte. Und er nutzt ihn weidlich aus. Was meinst Du, weshalb er das eben hier so offen vor Deinen Augen getan hat? Er wollte Dich ...
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