1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... hattest mir gesagt, dass der Sex mit Yuri Dir Spaß gemacht hatte. Vielleicht solltest Du es wieder ausprobieren."
    
    Nachdenklich starrte ich sie an. Sollte ich das? Plötzlich wurde ich wieder nervös.
    
    „Aigul, ich habe Angst!"
    
    Sie ergriff meine beiden Hände.
    
    „Ja, die habe ich auch. Jeden Tag. Aber davon lassen weder Du noch ich uns unterkriegen. Diese Angst sichert unser Überleben!"
    
    In diesem Moment hörten wir ein Auto auf den Parkplatz kommen.
    
    Aigul ließ meine Hände los, drehte sich zum Fenster und blickte hinaus.
    
    „Das ist er, los jetzt!"
    
    Sie kam zu mir, packte mich an meinen Schultern, hauchte mir einen Kuss auf die Wange, drehte mich dann um und schubste mich geradezu aus dem Zimmer.
    
    „Und keine Sorge um Marja, ich kümmere mich um sie!"
    
    Verwirrt und noch immer unsicher ging ich zum Treppenhaus. Polina und Mavi standen neben der Tür zur Melkstube und starrten mich an.
    
    „Viel Glück, Nadia!", wünschte mir Polina.
    
    Unfähig, irgendetwas zu sagen, nickte ich nur zurück. Ich holte tief Luft und ging die Treppe hinunter.
    
    Ich verließ das Gebäude diesmal zur Vordertür. Sie wurde von einem der Aufpasser für mich aufgehalten, der sie wohl sofort geöffnet haben musste, als er Yuri auf den Hof hatte fahren sehen.
    
    Er lächelte mich freundlich an.
    
    „Guten Tag, Nadia! Ich wünsche einen schönen Nachmittag!"
    
    „Äh, Danke schön, gleichfalls!"
    
    Zögerlich trat ich in die Mittagshitze, auf den Parkplatz. Ein mir unbekannter Mann stand neben der Limousine. ...
    ... Sobald er mich erblickte, öffnete er die rechte, hintere Tür des Wagens für mich.
    
    Wortlos nickte ich ihm zu und trat an den Wagen heran. Im dunklen Inneren konnte ich Yuri auf der Rückbank erkennen.
    
    „Guten Tag, Yuri!", grüßte ich ihn.
    
    „Hallo Nadia! Schön, dass Du es pünktlich geschafft hast. Du siehst bezaubernd aus, komm, steig ein!"
    
    Sein Tonfall war freundlich.
    
    Allen Mut zusammen nehmend, stieg ich in den klimatisierten Wagen. Sobald ich drin saß, schloss der Fahrer die Tür. Einen Moment lang fühlte ich mich gefangen, unterdrückte diese Empfindung aber sofort wieder und schnallte mich an.
    
    Yuri ließ sich nicht anmerken, ob er meine Nervosität bemerkt hatte, sondern beobachtete mich.
    
    „Wenn ich nicht wüsste, dass Du eine Deutsche bist, würde ich spätestens jetzt merken."
    
    „Wie bitte?", fragte ich verwirrt.
    
    „Das Anschnallen! Ihr Deutschen seid so überkorrekt. Anschnallen, halten an roten Ampeln, befolgen von Regeln."
    
    Ich hatte keine Ahnung, was ich darauf antworten sollte. Beim Aufwachen im Krankenhaus hatte ich nicht einmal gewusst, dass ich eine Deutsche war. Selbst meine Gedanken waren russisch, ich übersetzte nicht ständig von Deutsch auf Russisch. Jetzt, wo es mir bewusst wurde, bemerkte ich, dass ich die deutschen Begriffe für alles kannte, aber diese erst hervorsuchen musste, während die russischen Begriffe sofort da waren.
    
    „Dann wollen wir uns jetzt mal einen schönen Nachmittag machen", wechselte er unvermittelt das Thema und riss mich ...
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