1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... sein Besitz? Sogleich fühlte ich mich beschmutzt und herabgesetzt.
    
    Er schien zu bemerken, wie ich mich fühlte, denn sanft griff er unter mein Kinn und drehte mein Kopf zu sich.
    
    „Entschuldige, das kam falsch rüber! Du bist keine Sache, sondern eine besondere Frau. Nicht nur hübsch, sondern auch klug. Ich wünschte, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt!"
    
    „Weshalb dann diese Erniedrigung vorgestern? Der Halsreif und der Elektroschock?"
    
    Yuri lehnte sich wieder zurück.
    
    Er drückte auf einen Knopf neben sich und eine Scheibe fuhr zwischen uns und dem Fahrer nach oben.
    
    „Ich hatte gehofft, dass es Deine Erinnerungen zurückbringt. Vermutlich war ich zu ungeduldig. Die Wahrheit ist: Ich brauche Dich, nein, besser gesagt, ich brauche die Nadia von vor zwei Wochen!"
    
    „Wofür?" Meine Stimme klang immer noch bitter.
    
    „Dass Du hier beim mir bist, ist nicht Deine Schuld. Es ist die Schuld Deiner Schwester Laura. Aber, dass Du so lebst, wie Du jetzt lebst, ist Dein eigener Verdienst!"
    
    „Verdienst?" Meine Stimme wurde laut und zornig. „Das soll ein Verdienst sein? Ich trete halb nackt vor Fremden auf und lasse mir an meinen Titten herumspielen, während ich ‚Muh' mache?"
    
    „Deshalb will ich meine Nadia zurück, die sich an alles erinnert! Du selbst hast das alles entworfen. Es ist Dein Konzept. Und es funktioniert überraschend gut. Du hast Ideen, die nützlich sind. Niemals hätte ich gedacht, dass es so gut funktioniert. Und wären nicht die Umstände, ...
    ... wärst Du auch offiziell die Geschäftsführerin der Bar. Nicht Sasho."
    
    „Und mit ‚Umstände' meinst Du, dass Du mich entführt hast?"
    
    „Dass ich gezwungen war, Dich zu entführen, ja!", verbesserte er mich.
    
    „Gezwungen?"
    
    Yuri seufzte. Dann lachte er plötzlich los.
    
    Verwirrt starrte ich ihn an. Was war daran so lustig?
    
    Lächelnd sah er mir in meine Augen.
    
    „Nadia, auch wenn Du gerade keine Erinnerung an das Vergangene hast, Du bist immer noch Du!"
    
    Ich begriff überhaupt nichts mehr.
    
    „Als ich Dich aus Deinem behüteten Leben riss, wurdest Du zugleich befreit. Du hast Dich selbst neu erfunden, wurdest von Nadine zu Nadia. Du selbst hast mit Deinem früheren Leben abgeschlossen und hier ein neues aufgebaut. Sobald Du Dich erinnerst, wirst Du erkennen, dass ich Recht habe. Auch wenn Du Dich gerade weigerst, das anzuerkennen: Du bist die Milchbar, durch und durch!"
    
    Wortlos schüttelte ich meinen Kopf. Das konnte nicht wahr sein.
    
    „Wie wäre es mit einem Spaziergang an der Newa?", wechselte er erneut das Thema.
    
    Ohne auf meine Antwort zu warten, wandte er sich, über die Sprechanlage, an Petya und sagte ihm, dass wir an der Newa spazieren wollten.
    
    Kurz darauf hielten wir und Petya öffnete uns von außen die Türen.
    
    Es war warm, aber nicht zu heiß. Sobald wir ausgestiegen waren, hielt mir Yuri seinen Arm hin. Ich hakte mich widerwillig bei ihm ein. Dann gingen wir über die Straße zur Uferpromenade. Petya folgte uns in einigen Schritt Entfernung.
    
    An der Brüstung ...
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