1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... die anderen Frauen. Ja, sogar wichtiger als mein Leben.
    
    Plötzlich kamen mir die Tränen.
    
    Ich hatte versagt. Ja, ich hätte mit Yuri unbedingt ins Bett steigen müssen, ihn zumindest einen Blasen müssen. Das war ich meiner Tochter schuldig. Nicht Aigul oder den anderen Frauen. Nur Marja.
    
    Unwillkürlich griff ich an meinen Halsreif, welcher mich als Yuris Eigentum kennzeichnete.
    
    Vielleicht musste ich einfach akzeptieren lernen, dass ich nicht mehr mir selbst gehörte. Dass mein Körper Yuris Eigentum war, über das er nach Belieben verfügen konnte. Doch wie schaltet man Scham ab?
    
    Nachdem ich Marja versorgt hatte und sie wieder friedlich in ihrem Bettchen schlief, musste ich zunächst hinunter ins Büro und etwas Arbeiten.
    
    Zwei Stunden lang konzentrierte ich mich auf die Buchführung und versuchte, mir wieder alles anzueignen, was ich vergessen hatte.
    
    Manchmal ertappte ich mich dabei, dass ich Tastenkombinationen automatisch nutzte, die mir eigentlich nicht bekannt vorkamen. Mein Unterbewusstsein hatte sein Gedächtnis offensichtlich nicht verloren.
    
    Endlich hatte ich alles erledigt und begab mich wieder nach oben.
    
    Dort suchte ich Aigul, um mich bei ihr zu entschuldigen und wieder zu versöhnen.
    
    Ich fand sie in der Küche, wo sie das Mittagessen für uns vorbereitete. Sie hatte diese Woche Kochdienst.
    
    Verlegen beobachtete ich sie eine Zeit lang vom Türrahmen aus, unschlüssig, wie ich beginnen sollte. Schließlich ging ich hinein und begann wortlos, die ...
    ... Kartoffeln zu schälen, welche sie bereitgestellt hatte.
    
    Sie ignorierte mich, begann aber ihrerseits mit dem Schälen.
    
    „Es tut mir leid, Du hattest recht!", begann ich.
    
    Ungerührt schälte sie weiter.
    
    „Du hattest es mir eindrücklich gesagt, aber ich habe es ignoriert."
    
    „Du schälst zu dick!"
    
    „Wie?"
    
    „Du schneidest viel zu viel von den Kartoffeln weg! Außerdem bist Du zu langsam."
    
    „Das stimmt doch gar nicht!", protestierte ich.
    
    „Siehst Du, Du kannst Kritik nicht einfach hinnehmen, Du willst Dich immer rechtfertigen, vor Dir selbst und anderen. Das ist Dein Problem!"
    
    Sie sah mich an.
    
    „Ich bin Dir nicht böse, wie auch. Aber Du musst verstehen, dass unser Leben hier kein Spiel ist und sehr viel von Dir abhängt."
    
    Verlegen schälte ich die nächste Kartoffel besonders sorgfältig, bevor ich antwortete.
    
    „Das ist mir klar, deshalb wollte ich mich auch entschuldigen."
    
    Ich zögerte, dann sah ich ihr direkt in die Augen.
    
    „Ich möchte Dich um Hilfe bitten. Du musst mir helfen, meine Scham zu überwinden!"
    
    Einen Moment lang schien sie verblüfft, doch dann nickte sie.
    
    „Gut, ich werde zusehen, was ich machen kann, Dir zu helfen. Aber es ist wirklich so, dass Du ein völlig anderer Mensch zu sein scheinst, seit Du aus dem Krankenhaus zurückgekommen bist. Nur unten in der Bar warst Du wie früher. Als hättest Du zwei Persönlichkeiten."
    
    Darüber musste ich nachdenken. Was war in der Bar anders gewesen? Bei der Erinnerung spürte ich, wie mir das Blut vor ...