1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... Verlegenheit in den Kopf schoss. Ich hatte es glatt verdrängt, was ich in der Bar veranstaltet hatte. Mich barbusig vor wildfremden Männern auf der Theke präsentiert und von ihnen melken lassen.
    
    „Eigentlich hatte ich überhaupt nicht darüber nachgedacht. Ich war völlig übermüdet gewesen, als ich den spontanen Entschluss gefasst hatte, hinunter zu kommen. Als wäre ich betrunken gewesen. Und dann konnte ich nicht mehr zurück!", antwortete ich endlich.
    
    „Konntest Du nicht oder wolltest Du nicht?"
    
    „Wie meinst Du das?"
    
    „Ich habe schon bemerkt, wie verlegen Du warst. Doch dann bist Du in der Rolle aufgegangen, als hätte es Dir Spaß gemacht. So wie früher. In dem Moment warst Du wieder die Nadia, die wir alle kannten. Deswegen verstehen die Anderen auch nicht, was mit Dir los ist."
    
    „Verstehst Du mich denn wenigstens?" Mein Tonfall klang in meinen Ohren weniger verzweifelt, als ich mich fühlte.
    
    Aigul antwortete nicht sofort, sondern schälte die letzte Kartoffel zu Ende, bevor sie mir direkt in meine Augen sah und antwortete.
    
    „Ich versuche es. Weil ich Dich liebe!"
    
    Sprachlos sah ich sie an.
    
    In diesem Moment kamen Hong und Polina in die Küche. Verlegen nahm ich die Schüssel mit den Schalen und warf sie in den Abfall.
    
    „Ich bringe mal kurz den Abfall hinunter!", murmelte ich, schnappte mir die Eimer und verließ die Küche.
    
    Noch immer wusste ich mit Aiguls Liebesbekenntnissen nicht umzugehen.
    
    Die nächsten drei Stunden kamen wir nicht mehr dazu, ...
    ... persönliche Worte zu wechseln, da ständig eines der anderen Mädchen in der Nähe war.
    
    So eine Frauenwohngemeinschaft bot wenig Rückzugsraum. Zudem waren ja auch noch die Kinder da, die umsorgt werden wollten.
    
    Erst am Nachmittag, als einige draußen auf dem Gelände die Sonne genossen und andere sich in ihr Zimmer zurückgezogen hatten, waren Aigul und ich wieder alleine.
    
    Die ganze Zeit hatte ich nachgedacht, wie es weitergehen sollte. Mit Aigul und mit Yuri. Und natürlich auch mit mir selbst.
    
    Ich musste handeln, durfte nicht darauf hoffen, irgendwann, mein Gedächtnis zurückzuerlangen. Vielleicht geschah das nie? Wenn ich jetzt eine andere Nadia war, vielleicht die Nadine, die ich früher war, wie konnte ich das ändern? Was hatte Nadine zu Nadia gemacht?
    
    ‚Und Du warst es, die das Gleichgewicht wiederhergestellt hat.' Yuris Worte fielen mir wieder ein. Was hatte er gemeint? Sie hatten einen unheilvollen Beiklang. War es das, was mich zu Nadia gemacht hatte? Brauchte ich ein einschneidendes Erlebnis, um mich erneut zu verändern? Noch einschneidender, als ohne Erinnerung in einer Fetischbar zu arbeiten?
    
    Dabei hatte ich keinerlei Erinnerung an Sex. Ich wusste nur, dass ich erregt wurde, wenn ich mir Milch abpumpte. Aber Sex hatte ich seit meiner Entbindung keinen gehabt. Nicht einmal mit mir selbst.
    
    Der gestrige Moment in der Melkstube fiel mir wieder ein, als ich mich beinahe vor den Anderen selbst befriedigt hätte.
    
    Zumindest das hatten Nadine und Nadia wohl gemeinsam: ...