1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... als ich war.
    
    „Sind sie mein ... Freund?"
    
    „Du meinst, ob wir ein Liebespaar sind? Nein. Eher so etwas wie Geschäftspartner."
    
    „Geschäftspartner?" Ich begriff nicht, was er damit meinen konnte.
    
    „Du arbeitest für mich!", erklärte er.
    
    „Als was?"
    
    Er schien einen Moment lang darüber nachzudenken, bevor er antwortete.
    
    „Nun, in Deutschland bezeichnet man so etwas wohl als ‚Mädchen für alles'!"
    
    „Oh, also als Assistentin?"
    
    „Ja, genau, als Assistentin."
    
    Wieder umspielte ein seltsames Lächeln seine Mundwinkel.
    
    „Aber genug geplaudert. Ich muss wieder los, die Geschäfte rufen. Übermorgen werde ich Dich abholen lassen. Erhol Dich gut."
    
    Noch einmal beugte er sich vor, um mich zum Abschied zu küssen, doch nah an meinem Ohr flüsterte er dabei: „Ich habe keine Ahnung, ob Du Dich wirklich nicht erinnerst. Doch falls Deine Erinnerung teilweise zurückkommen, erzähle niemanden, wer Du wirklich bist, wenn Dir Dein Leben und Deine Freiheit lieb sind! "
    
    Erschrocken sah ich in sein lächelndes Gesicht, als er sich erhob und mir zum Abschied eine Kusshand zuwarf.
    
    Dann drehte er sich um und ging zielstrebig zum Ausgang, ohne sich noch einmal umzusehen.
    
    Nun hatte ich eine Gänsehaut bekommen. Was immer ich auch für ihn arbeitete, seine Assistentin war ich vermutlich nicht. Doch über die mögliche andere Bedeutung des Begriffs ‚Mädchen für alles' weigerte ich mich nachzudenken. Nein, keinesfalls, niemals!
    
    So müde und erschöpft ich auch immer noch war, Ruhe ...
    ... fand ich danach nicht mehr.
    
    Nach Yuris Besuch bemerkte ich eine Verhaltensänderung, sowohl bei den anderen Müttern, als auch den Schwestern. Immer wenn sie meinten, ich bemerke es nicht, tuschelten sie, mit verschämten Blicken in meine Richtung. Was sie sprachen, konnte ich nicht verstehen, doch mich sprach auch keine mehr an. Selbst die Schwestern sprachen nur noch das Nötigste mit mir. Die offene Freundlichkeit der ersten Stunden war vorbei. Und auch der Doktor sprach kaum mehr als zehn Worte bei der Visite mit mir. Irgendetwas stimmte nicht, ganz davon ab, dass ich auch in den nächsten zwei Tagen keinen Hauch einer Erinnerung zurückbekam. Nicht mal in meinen Träumen, denn ich schlief traumlos.
    
    Am Freitag wurden mir bei der Visite die Entlassungspapiere ausgehändigt, und gesagt, dass ich gehen könnte. Unten würde schon ein Taxi auf mich warten, was mich nach Hause fahren würde.
    
    Auf meine Frage, wie das mit der Bezahlung sei, wurde mir gesagt, dass schon alles bezahlt wurde. Damit war ich entlassen.
    
    Von anderen Frauen im Zimmer waren bereits alle weg, die beim Aufwachen im Zimmer gewesen waren. Die Frauen, welche nun im Zimmer lagen, waren entweder kurz vor der Entbindung, oder hatten gerade geboren. Ich kannte sie nicht, daher rief ich nur ein kurzes ‚Auf Wiedersehen' in den Raum, und ging in einem viel zu weiten Kleid und Turnschuhen, mit meinem Kind im Arm, hinunter zur Lobby.
    
    Dort erwartete mich offensichtlich ein relativ junger Mann, denn er sprach mich ...
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