1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... sogleich an.
    
    „Hallo Nadeschda! Yuri schickt mich, Dich abzuholen."
    
    „Guten Tag! Wer bist Du? Wo sollst Du mich hinfahren?"
    
    „Na, in Deine Wohnung im Klub!"
    
    Mir war nicht entgangen, dass er sich nicht vorgestellt hatte. Klub? Was für ein Klub? Meine Ängste stiegen wieder in mir hoch.
    
    „Du musst mir verzeihen, aber ich habe mein Gedächtnis verloren. Was ist das für ein Klub? Ein Puff?"
    
    Sein eben noch freundlich lächelndes Gesicht wurde schlagartig ernst.
    
    „Yuri meinte schon, dass du Ärger machen könntest. Du kommst jetzt einfach mit und machst keine Szene. Du wirst von ihm alles erfahren, sobald wir da sind, und er Zeit für Dich hat. Nun komm."
    
    Er wollte meinen Arm ergreifen, doch instinktiv wich ich einen Schritt zurück. Die Pförtnerin am Empfang wurde aufmerksam auf uns und schaute neugierig.
    
    „Pass auf, Nadeschda, Du hast keine Papiere, kein Geld, und bist illegal hier in Russland. Du kannst nirgendwo hin. Und wenn Du zur Polizei rennst, wird man Dich einsperren, weil Du gegen unsere Gesetze verstoßen hast. Du bist aus Deutschland geflohen, weil Du jemanden umgebracht hast. Und nach Dir wird international gesucht. Das soll ich Dir von Yuri sagen, falls Du rumzickst. Den Rest wird er Dir erläutern. Und nein, der Klub ist kein Puff. Puffs sind illegal in Russland. Es ist ein Privatklub mit Bar, wo Du als Bedienung arbeitest."
    
    Völlig geschockt sah ich ihn an. Ich war eine gesuchte Mörderin? Was sollte der Quatsch? Wen hatte ich umgebracht? Yuris ...
    ... Reaktion auf meine Frage, ob er der Vater sei, kamen mir wieder ins Gedächtnis und auch seine Antwort: ‚Nein, der Vater ist tot!'
    
    Widerstandslos ließ ich mich jetzt am Arm ergreifen und nach draußen führen. Es war ein warmer Sommertag, und der Beton auf der Straße war schon heiß. Auf dem Parkplatz führte mich der Mann zu einem Taxi, wo ich mich mit meiner Tochter nach hinten setzte, während er auf dem Fahrersitz Platz nahm. Obwohl mir tausend Fragen durch den Kopf schossen, blieb ich die Fahrt über stumm. Stattdessen versuchte ich, mich zu orientieren, wo ich war und wo wir hinfuhren. Falls ich doch die Polizei um Hilfe bitten musste.
    
    Offensichtlich verließen wir die Stadt und fuhren hinaus ins Umland. Die Wohnbebauung nahm ab, Fabriken säumten die Straße, bevor auch die weniger wurden. Nach etwa 30 Minuten verließen wir die Hauptstraße und fuhren eine eher schlechte Straße zu einem Birkenwäldchen. Dort, gleich hinter den ersten Bäumen, gelangten wir zu einem geschlossenen, gut 3 Meter hohen Metalltor. Vor dem Tor angekommen hupte der Fahrer dreimal kurz, und schon nach weniger als einer Minute öffnete sich das Tor automatisch. Als wir durchfuhren, sah ich, dass das Tor zu einem ebenso hohen Drahtzaun mit Stacheldraht obendrauf gehörte, welcher das Gelände offensichtlich sicherte. Was für eine Bar benötigte so einen Schutz? Nach etwa 200 Metern gelangten wir zu einem Backsteingebäude, mit großem Parkplatz davor.
    
    Als wir auf den Parkplatz fuhren, bestätigten sich meine ...
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