1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... schlimmsten Befürchtungen, denn der Name der Bar lautete Milchbar. Ein riesiges Schild nackter Frauenbrüste, aus denen offensichtlich Milch in Gläser tropfte, machte nur zu deutlich, dass es hier um mehr als die üblichen Getränke ging.
    
    „So", meinte der Fahrer, als er den Motor abgestellt hatte und sich zu mir umdrehte. Willkommen an Deinem neuen, alten Arbeitsplatz. Sei freundlich zu den Kunden, dann haben wir beide was davon. Ich fahre mehr Kunden, und Du bekommst mehr Trinkgelder. Los, aussteigen, Endstation!"
    
    „Fahr mich bitte weg von hier, bitte! Ich habe Angst!", flehte ich den Fahrer an.
    
    Doch der schüttelte nur seinen Kopf.
    
    „Mädchen, ich soll Dich hier abliefern. Klär das mit Yuri, ich muss jetzt auch weiter arbeiten. Also raus!"
    
    Als ich nicht sofort ausstieg, riss er seine Tür auf, kam zu meiner Tür, öffnete sie und zerrte mich und mein Baby hinaus. Dann warf er die Hintertür zu, setzte sich wieder hinters Steuer und fuhr davon, mich in einer Staubwolke hustend zurücklassend.
    
    So gut es ging, versuchte ich, meine Tochter vor dem Staub abzuschirmen. Sie war gerade wieder wach geworden und gab einen leisen Protest von sich. Dann nieste sie und sah einen kurzen Moment lang überrascht aus, bevor sie zu schreien begann.
    
    * * *
    
    Die Milchbar
    
    Mit dem schreienden Baby auf dem Arm stand ich verloren vor der Bar. Neugierig und ängstlich zugleich betrachtete ich das Gebäude. Ich forschte in meinen Erinnerungen, ob mir irgendetwas davon bekannt vorkam. Doch ...
    ... da war nichts. Auf dem Parkplatz standen drei Pkws, zwei schwarze Mercedes und ein vermutlich russisches Fabrikat, dunkelblau.
    
    Der Haupteingang bestand aus einer schweren Doppeltür aus schwarz lackiertem Holz. Weitere Eingänge gab es auf der Vorderseite nicht. Links neben dem Eingang sah ich eine Reihe Fenster, rechts waren die Fensteröffnungen zugemauert, ich erkannte noch, wo die Fensterbänke waren. Das Stockwerk darüber hatte überall Fenster. Doch alle Fenster, die ich sah, auch die im ersten Stock, waren vergittert.
    
    Einige Fenster im Obergeschoss waren geöffnet, irgendwo erklang Musik, über einige Gitter hingen Wäschestücke. Alles zusammen sah es mehr wie ein Gefängnis, denn wie eine Bar aus.
    
    Noch während ich überlegte, ob ich zu Fuß in die Stadt zurücklaufen sollte, und wie ich wohl durch das Tor gelangen konnte, hörte ich einen Ruf aus einem der Fenster: „Nadia ist zurück!"
    
    Sogleich erschienen mehrere Frauenköpfe in den offenen Fenstern. Eine junge Asiatin, vermutlich diejenige welche eben gerufen hatte, winkte aus einem der Fenster.
    
    „Nadia, komm rauf! Lass Dein Baby nicht so lange in der Sonne! Aber komm hinten herum, vorne sind die Bosse und besprechen was."
    
    „Ok!", antwortete ich etwas verwirrt.
    
    Langsam umrundete ich das Gebäude. Auf der Rückseite fand ich zwei weitere Türen. Neben der ersten standen große Müllcontainer, die übel rochen. Ein Blick durch die Fenster offenbarte mir, dass hier eine große Küche war, in der ich aber niemanden sah. Die ...
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