1. Die Erpressung der Amelie (05)


    Datum: 23.08.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... seitlich stand, überragte den Lederjacken-Typ um gut einen halben Kopf, war aber nicht weniger athletisch und muskulös. Er hatte ein rundes, glattrasiertes Gesicht, das nicht gerade schön genannt werden konnte, und zurückgekämmtes, blondes Haar. Er trug eine graue Jeans, einen schwarzen Rollkragenpullover und eine Lederjacke. Durch die enganliegende Kleidung war ersichtlich, dass an seinem Körper keine Unze Fett zu viel war. Beide Männer waren nicht viel älter als dreißig Jahre.
    
    Doblinger merkte, dass er eine Gänsehaut bekam. Mist! Scheiße! Wer hatte es auf mich abgesehen, überlegte er krampfhaft.
    
    „Was wollen Sie von mir?", fragte Doblinger und versuchte Selbstbewusstsein auszustrahlen. „Wie können Sie es wagen, hier einzudringen? Das ist Hausfriedensbruch!"
    
    „Du wirst nur reden, wenn ich du gefragt wirst!", fauchte der Blonde.
    
    Doblinger stand auf und ging um seinen Schreibtisch. Er positionierte sich vor den Blonden und sagte: „Wie können Sie es wagen ..."
    
    Er wollte noch etwas hinzufügen, kam aber nicht mehr dazu, da der Blonde in diesem Moment einen kurzen Haken abzog, praktisch ansatzlos. Der Schlag landete in Doblingers Magenregion, hart und gezielt. Ein stechender Schmerz durchzuckte ihn. Er war ihm zumute, als bekäme er keine Luft mehr. Er brach in die Knie.
    
    „Schlecht im Nehmen, was?", höhnte der Blonde, packte Doblinger am Kragen und zerrte ihn vom Boden hoch.
    
    Doblinger presste beide Hände in die Magengrube und rang nach Luft. Es zeigte sich, dass ...
    ... er damit genau das Falsche tat. Der Blonde schlug zu, zweimal kurz hintereinander.
    
    Doblinger ging erneut zu Boden. Er winkelte instinktiv den Ellenbogen um seinen Kopf, aber der blonde Hüne ließ sich davon nicht beeindrucken und nutzte die Gelegenheit, dem angeschlagenen Gegner noch eine zu verpassen.
    
    Doblinger kam mühsam wieder auf die Beine. Er wusste, dass er keine Chance gegen den Blonden hatte, war aber nicht bereit, sich ohne weiteres zusammenschlagen zu lassen. Der Blonde sollte dabei auch einige Blessuren davontragen. Er sollte merken, dass er sich den Falschen ausgesucht hatte
    
    Doblinger schlug zurück!
    
    Er versuchte es jedenfalls. Aber schon nach dem ersten Schlag merkte er, wie aussichtslos es war, den Blonden treffen zu wollen. Der Bursche verstand sein Handwerk. Er tänzelte zurück, wich aus, hielt die Deckung geschlossen und ließ Doblinger wie einen blutigen Anfänger aussehen.
    
    Hinzu kam, dass Doblinger noch an den Folgen der ersten Niederschläge litt. Seine Versuche waren ohne Saft und Kraft. Dafür kamen die Treffer seines Gegners hart und präzise. Doblinger taumelte. Vor seinen Augen drehten sich rote Kreise. Er verteidigte sich, er versuchte es jedenfalls, aber sein Hass wurde rasch von einer wilden Panik abgelöst, von der Angst nämlich, dass der andere ihn töten könnte.
    
    In diesem Moment spürte Doblinger kaltes Eisen an seiner Stirn. Der zweite Bursche war neben ihn getreten und hielt ihm den Lauf einer Pistole an den Kopf.
    
    „Du bleibst jetzt ...
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