1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... waren nur noch drei kampffähige Samurai, welche nun Na-Ris Kopf hüteten. Einen Kampf, den er sich nach seiner letzten Erfahrung durchaus zutraute, zu gewinnen.
    
    Vor allem, da sie damit bestimmt am allerwenigsten rechneten, dass er sie alleine angriff.
    
    Seine Männer ließ er, zusammen mit dem Pferd und der Ausrüstung nachkommen. Sie hätten ihn jetzt nur behindert. Auch den gefangenen Koreaner hatten sie bei sich.
    
    Zwar hatte De-Yong ihm versprochen, ihn laufen zu lassen, doch nur unter der Bedingung, dass er die Wahrheit sagen würde. Doch das musste er nun erst mal überprüfen.
    
    Wenn Na-Ri befreit war, war der Dolmetscher unwichtig. Sollte er seiner Wege dann ruhig ziehen. Bis dahin jedoch, konnte er möglicherweise noch wichtige Informationen preisgeben.
    
    Falls das noch notwendig würde.
    
    Hoffentlich nicht!
    
    In Gedanken überschlug De-Yong die zurückgelegte Wegstrecke, vom Schauplatz des Kampfes, und wie lange ein Trupp mit Sänfte wohl benötigen würde, um zurück zum Fluss zu gelangen.
    
    Bei De-Yongs augenblicklichen Tempo durfte es nicht lange dauern, bis er auf sie stoßen würde.
    
    In seiner Vorstellung würde er einfach mit gezogenem Schwert durch sie durchrennen, sie in ihrer Überraschung niederkämpfen, und Na-Ris Kopf zurückerobern.
    
    Aber er begegnete ihnen nicht.
    
    Die Samurai waren verschwunden!
    
    Als die Dunkelheit hereinbrach, musste De-Yong aufgeben.
    
    Obwohl die Kraft der Dämonin in ihm brannte, war sein Körper am Ende. Erschöpft und hungrig suchte ...
    ... er sich einen Lagerplatz. Nun bereute er es, nicht wenigstens etwas zu Essen mitgenommen zu haben.
    
    Frustriert, vor Erschöpfung und Kälte zitternd, erwartete er den nächsten Tag. Und auch seine Männer. Ohne etwas zu essen, konnte er keinen Schritt weiter.
    
    Doch in den Schlaf konnte er auch nicht finden. Ständig drehten sich seine Gedanken um die Frage: Wohin waren die Japaner verschwunden?
    
    Plötzlich kam ihm ein schrecklicher Verdacht.
    
    Was, wenn sie sich im Wald versteckt hatten? Sie hatten ja den Dolmetscher nach Verstärkung ausgesandt. Wäre er anstelle des Samurai, hätte er genauso gehandelt: Verstärkung anfordern und vor den Feind verborgen halten.
    
    Ungeachtet, dass sie bestimmt nicht mit ihm rechneten, waren sie mitten im feindlichen Gebiet. Sie mussten jederzeit damit rechen, auf koreanische Verbände zu stoßen. Drei Samurai waren keine Gegner für eine ganze Truppe. 40 oder 50 Samurai dagegen schon.
    
    Er hatte gesehen, wozu sie fähig waren.
    
    50 Samurai wären in der Lage, es mit 200, gut ausgebildeten, koreanischen Soldaten aufzunehmen, und zu gewinnen. Aber die meisten koreanischen Soldaten waren nicht gut ausgebildet. Sie waren Bauern, Fischer oder Händler, zum Kriegsdienst zwangsverpflichtet und schlecht ausgerüstet.
    
    50 Samurai würden 500 von ihnen in die Flucht treiben.
    
    Mühsam rappelte De-Yong sich auf.
    
    Er hatte keine Wahl. Er musste den Weg zurück zu seinen Männern gehen, und darauf hoffen, dass sie die Samurai nicht schon passiert hatten. Sonst ...
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