1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... in einem Krug mit Buttermilch versenken?"
    
    Taka sah den Priester verblüfft an.
    
    Der zuckte mit seinen Schultern.
    
    „Es wäre ein Versuch wert. So stinkend können wir den Kopf weder dem Daimyo übergeben, noch halbwegs unauffällig reisen. Selbst wenn der Gestank nicht abgewaschen würde, er würde nicht mehr beim Transport stinken!"
    
    Taka blickte auf die Kiste mit dem Kopf der Dämonin. Der Gestank war wirklich unerträglich. Kam der Wind aus Richtung der Kiste, musste er sich beherrschen, sich nicht zu übergeben.
    
    Seinem Fürsten so ein Geschenk zu übergeben war unvorstellbar!
    
    Die Träger, welche dem Gestank nicht ausweichen konnten, hatten sich einige Male übergeben. Aber wie der Priester es in der Sänfte aushielt war Taka ein Rätsel. Er verließ die Sänfte nur sehr selten. Nur um sich zu erleichtern, genauer gesagt.
    
    „Stinkt es da drin nicht erbärmlich? Warum geht ihr nicht zu Fuß, Ichimaru?"
    
    „Der Geruch ist wirklich schlimm", gab der zu. „Aber ich bin hier drin sicherer."
    
    „Sicherer?"
    
    Taka sah sich um.
    
    „Befürchtet ihr einen Angriff? Das dünne Holz und die Vorhänge werden euch nicht vor Pfeilen und Schwertern schützen."
    
    Kazukis Stimme klang verlegen, als er antwortete.
    
    „Nicht davor, sondern vor den Geistern, muss ich mich in Acht nehmen. Die Sänfte verbirgt mich vor ihnen. Sie können mich weder sehen noch angreifen. Ihr vergesst, dass ich da einen gewissen, nun ja, Ruf in der Geisterwelt besitze."
    
    „Also deshalb wolltet ihr aus der Sänfte heraus ...
    ... schießen?"
    
    Taka verzog aus Verachtung vor so viel Feigheit sein Gesicht.
    
    „Das war vornehmlich der Notwendigkeit der Überraschung geschuldet. Dämonen sind keine ehrenhaften Gegner, vergesst das bitte nicht, Miyahara!"
    
    „Nun, da stimme ich euch zu. Auch wenn ich ein wenig enttäuscht bin, über die Leichtigkeit mit der wir diesen Dämon überwunden haben. Vor allem, dass ein einfacher Schuss gereicht hat."
    
    „Miyahara, ihr vergesst, dass ich Zauberkraft verwendet habe. Seid gewiss, ohne diese, hätte der Dämon alle getötet. Auch euch!"
    
    „Ihr unterschätzt meine Schwertkunst!", erwiderte Taka erzürnt.
    
    Kazuki erkannte, dass er zu weit gegangen war.
    
    „Verzeiht, Miyahara San! Das kann ich natürlich nicht einschätzen. Aber zweifellos hätte der Dämon weitere Männer verletzt. Eure Männer kämpfen sicher keineswegs so gut wie ihr!"
    
    Tief verstimmt schwieg Taka.
    
    Plötzlich gab der vorausreitende Samurai ein Zeichen. Sofort befahl Taka den Halt. Der Mann kam eilig zurückgeritten.
    
    „Miyahara San, eine Stadt liegt vor uns!"
    
    Taka trieb sein Pferd nach vorne, der Samurai folgte umgehend.
    
    Um die leichte Kurve herum, blieben sie stehen und blickten ins Tal hinunter.
    
    Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf Takas Gesicht aus: Es war die richtige Entscheidung gewesen. Im Tal erkannten sie Samurai. Die Stadt war bereits in ihrer Hand!
    
    Er winkte, dass der Tross folgen sollte. Dann schickte er seinen Mann wieder voraus, während er auf die Sänfte wartete.
    
    Nun musste er nur ...
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