1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... noch diesen anmaßenden Priester loswerden. Der Mann würde nicht Takas Ruhm einstreichen.
    
    Keinesfalls!
    
    * * *
    
    Cha-He war erstaunt, seinen Leutnant an einen Baum gelehnt sitzen zu sehen. Nicht hier.
    
    Als sie sich näherten, blickte er müde auf.
    
    „Leutnant, alles in Ordnung? Seid ihr wieder verletzt?"
    
    „Nein, Cha-He. Nur erschöpft. Und vor allem hungrig. Ich muss was essen. Ich habe mich völlig verausgabt!"
    
    „Oh, selbstverständlich! Wir werden etwas kochen! Eine erneute Rast tut sicher gut."
    
    Neugierig blickten sich De-Yongs Männer an. Was war los?
    
    Der Gefangene lief gefesselt, und mit einem Strick um seinen Hals, an das Pferd gebunden, hinter ihnen her.
    
    Schnell errichteten sie ein Kochfeuer und begannen Reis zu kochen.
    
    „Leutnant, was ist geschehen?"
    
    „Sie sind entkommen, vorerst! Die Samurai sind nach Norden geflohen. Und ich bin ohne Nahrung zu erschöpft, um weiter zu laufen. - Sei endlich still, das werde ich nicht machen!"
    
    „Ich hab doch gar nichts gesagt, Leutnant?"
    
    „Nicht du! Na-Ri. Sie redet mit mir!"
    
    Wieder wechselten Cha-He und Ju-Won besorgte Blicke.
    
    „Na-Ri spricht zu euch, Leutnant? Wie?"
    
    „Durch ihre Perle in mir. Und sie gibt mir Befehle!"
    
    „Was für Befehle, Leutnant?"
    
    De-Yong hob seinen Kopf.
    
    „Im Moment: Dass ich zu essen habe!"
    
    „Ein sehr vernünftiger Befehl, Leutnant! Dem solltet ihr wirklich folgen!"
    
    * * *
    
    Die Stadt war in Aufruhr. Sie hatte sich nicht verteidigt, und war dementsprechend auch nicht ...
    ... verwüstet worden. Doch die Samurai hatten sich einquartiert und die normalen Bürger aus ihren Häusern vertrieben.
    
    Nur die Oberschicht durfte wohnen bleiben, sofern sie den Offizieren Unterkunft boten.
    
    Sobald die Samurai einmarschiert waren, hatten sie die Verwaltung der Stadt übernommen. Mithilfe koreanischer Übersetzer besetzten sie alle Administraturen. Und die Bürokratie sorgte für eine andere Art von Krieg.
    
    Selbst für Taka war es keineswegs leicht, einfach in die Stadt einzureiten. Schon beim Abstieg von der Kammstraße stießen sie auf die erste Patrouille, welche ihnen, mit den Händen dicht über den Schwertgriffen, entgegen ritten.
    
    Misstrauisch prüften sie Takas Papiere, bevor sie sich schließlich verneigten, und sie passieren ließen. Das Ganze wiederholte sich noch dreimal, bis sie endlich das Stadttor erreichten. Auch hier erfolgte eine Kontrolle.
    
    „Was habt ihr in der Kiste dort auf dem Dach der Sänfte?", wollte der Offizier am Tor erfahren.
    
    „Einen Kopf eines Feindes, für General Yukinaga!"
    
    Der Mann trat näher heran.
    
    „Einen Kopf? Wessen? Der geflohene König?"
    
    „Davon weiß ich nichts. Wie ihr meinen Papieren entnehmen könnt, war ich auf einer Sondermission!"
    
    Der Offizier war inzwischen noch näher an die Sänfte herangekommen. Nun hob er die Hand vor seine Nase. „Bäh, stinkt der Kopf so? Wie lange ist der schon abgeschlagen? So was Ekelhaftes habe ich noch nie gerochen!"
    
    Taka hatte nicht vor, diesem Mann Einzelheiten zu erzählen, musste aber ...
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