1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... mein Kopf auch noch, weil dort meine, ihr nennt es Seele, sitzt. Wenn mir ein Arm oder Bein abgeschlagen würde, und nicht innerhalb kürzester Zeit wieder angesetzt würde, würden die einfach nur noch Fleisch sein, und mein Körper neue Körperteile wachsen lassen. Das gilt nun auch für meinen Körper, weil die Perle nicht mehr in ihm ist. Wo sich die befindet, weißt du ja."
    
    „Was willst du damit sagen? Dass dein Körper also jetzt ganz normal zerfällt, wie eine ganz gewöhnliche Leiche? Und was dann?"
    
    „Sobald ein Punkt erreicht ist, indem der letzte Rest meiner Kraft ihn verlassen hat, bildet sich um meine Perle ein neuer Körper. Und das würde im derzeitigen Fall bedeuten, in dir!"
    
    Erschüttert blieb De-Yong stehen.
    
    „Wann wolltest du mir das sagen? Noch so eine Kleinigkeit, die zu erfahren, sicher vorher hilfreich gewesen wäre! Wie viel Zeit bleibt uns?"
    
    „Nicht viel. Einige Tage, keinen halben Mond. Danach ist der Prozess nicht mehr zu stoppen. Und beim nächsten Mondwechsel wird mein neuer Körper in dir entstehen. De-Yong, das würdest du keinesfalls überleben! Und ich würde es auch wirklich bedauern, irgendwie mag ich dich inzwischen!"
    
    Der laute Fluch, den De-Yong in diesem Moment schrie, veranlasste eine Flüchtlingsfamilie mit Karren, vor ihm auf dem Weg, sich umzudrehen. Dann, als sie ihn erkannt hatten, rannten sie plötzlich sehr schnell weiter.
    
    * * *
    
    Seit zwei Tagen saßen sie nun schon in dieser Drecksstadt fest. Es gab hier nichts. Kaum was zu Essen, ...
    ... keine Frauen, und auch kaum Alkohol.
    
    Takas Laune war am Tiefpunkt.
    
    Und noch immer hatte er keine gute Lösung für das Problem mit dem Priester gefunden.
    
    Immerhin musste anerkennen, dass die Idee mit der Buttermilch ein Erfolg gewesen war. Der Gestank war verschwunden. Allerdings hatte die Buttermilch eine wirklich unverschämt hohe Summe Silber gekostet.
    
    Und natürlich hatte Taka bezahlen müssen.
    
    Das Haus, in welchen sie nun untergekommen waren, war auch nicht wirklich standesgemäß. Immerhin hatte es ein heiles Dach, denn es hatte angefangen zu regnen.
    
    Schritte näherten sich. Seine Leibwache.
    
    „Miyahara San?"
    
    „Was ist?"
    
    „Die anderen Männer sind eingetroffen!"
    
    Wie von einer Wespe gestochen sprang Taka auf.
    
    „Das sind gute Nachrichten! Ich werde sie gleich begrüßen!"
    
    * * *
    
    Es war fast Abend als Yun das Tal bei Panyio erreichte. Zuletzt war sie vor einigen Jahrzehnten hier gewesen. Sie hatte die Stadt und vor allem den Berg gemieden.
    
    Cham war nachtragend. Allerdings dürfte er es mit Na-Ri nun übertrieben haben. Aber da würde sie sich vorerst nicht einmischen. Deren Kleinkrieg ging sie nichts an.
    
    Die Reise war schwieriger gewesen, als sie erwartet hatte.
    
    Natürlich hatte sie von dem Krieg in der Kommunikation mit ihrer Schwester erfahren, aber nicht bedacht, dass nun so viele Menschen nach Norden flüchten würden.
    
    Auf der Straße, wo man normal lange Zeit alleine unterwegs sein konnte, strömten ihr die Menschen geradezu entgegen. Sehr viele ...
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