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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... schwer beladen, mit Handkarren oder auch Pferdewagen. Es war ein heilloses Chaos. Sie kam daher deutlich langsamer voran als geplant. Natürlich half es, dass für sie keine Notwendigkeit bestand, nachts zu rasten. Sie konnte im Dunkeln genauso gut sehen wie im Hellen. Wenn auch völlig anders. Und schlafen musste sie auch nicht. Das war, im Laufe der letzten Jahrhunderte, schon für einige Menschen die letzte Überraschung ihres Lebens gewesen, wenn sie Yun im Schlaf zu ermorden versuchten. Ruhen musste sie nur, wenn ihr Körper schwer verletzt wurde. Und um zu essen. Aber die Flüchtlinge waren auch ein Glück gewesen. Nicht wenige kamen aus der Hauptstadt. Eine ganze Abteilung Soldaten schützten eine Karawane mit prunkvollen Wagen. Zweifellos vom königlichen Hof. Yun wich denen weiträumig aus. Bei solchen Abteilungen waren nicht selten Mönche oder Priester dabei. Sie würden ihre Verkleidung sofort durchschauen. Und auf Fragen konnte sie gerne verzichten. Aber im Gefolge zog ein weiterer Tross, der zwar von Soldaten, garantiert jedoch nicht von Mönchen und Priestern beschützt wurde. Es waren die Freudenmädchen, Gisaeng wie Yun. Und die hatten alles dabei, was sie gerade benötigte. Es kostete nur sehr wenig Silber und benötigte ein wenig ihrer Überredungskunst, bis eines der Mädchen gewillt war, Yun ihre Kleidung und Papiere zu überlassen. Das war einfacher gewesen als erhofft. Sie musste nicht erst mühsam einen Beamten finden und bestechen. Was im Moment ...
... allerdings auch sehr schwer war, weil die Verwaltung nahezu zusammengebrochen war. Es waren nicht Höflinge in den Prunkwagen gewesen, sondern der König mit seiner Familie persönlich. Der Krieg war verloren, doch das ging Yun nichts an. Kriege gab es immer wieder. Menschliche Kriege vertrieben die Langeweile und sorgten dafür, dass man leicht an Blut kam. Für Yuns Geschmack zu leicht. Wo blieb da der Reiz der Jagd? Apropos Jagd. Sie hatte wieder Hunger, da sie ihre Kraft sehr verausgabt, und das letzte Mal nicht vernünftig gegessen hatte. Sie überlegte kurz, ob sie irgendwelchen Samurai die Kehle aufreißen sollte. Hier patrouillierten einige herum. Doch ganz in der Nähe nahm sie einen interessanten Geruch war. So leise wie möglich pirschte sie heran und beobachtete den jungen Mann, der einsam versuchte sich an einem kleinen Feuer zu wärmen, welches mehr Qualm als Wärme abgab. Der sah wirklich appetitlich aus, wenn leider auch nicht vermögend. Aber trotzdem würde er ihren Kuss erhalten. Zumindest würde er die Kälte und Nässe vergessen. Schnell wechselte sie die Kleidung. Aus Mönch wurde flüchtige Gisaeng. Mit einem Lächeln und ganz ein verängstigtes, verirrtes und hilfsbedürftiges Mädchen spielend, trat sie zu dem Mann. Nicht viel Blut, nur ein wenig. Und viel Lust. * * * Theater Yun war zärtlich geblieben. Sie hatte ihm nicht ihr feuriges Mal aufgedrückt, allerdings doch ein wenig Blut genommen. Nicht viel, nur bescheiden gekostet. Er würde es nicht ...