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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... einer Kumiho anlasten, sondern bestenfalls Leidenschaft. Die Nacht war er nicht zum Schlafen gekommen. Allerdings war ihm auch nicht mehr kalt gewesen. Sie hatte ihn tatsächlich zum Mann gemacht. Der erste Samen, welchen ein Mann in eine Frau ergoss, war etwas ganz Besonderes, auch für Yun. Das war sogar wertvoller als sein Blut. Und obwohl er nur von geringem Stand war, würde er möglicherweise irgendwann nützlich werden. Sie hatte ein Band geschaffen, an dem sie irgendwann mal ziehen konnte. Nun sollte er erst einmal verschwinden. „Verschwinde, ich habe Pferde gehört! Bestimmt Samurai!", flüsterte sie dem noch halb schlafenden zu. Er war rechtschaffen erschöpft. Nichts zu machen, er wurde nicht munter. Etwas verärgert boxte sie ihn gegen die Schulter. „Aua, was ist?" „Still, Samurai! Wir müssen verschwinden!" „Oh, klar!" Als hätte sie ihn mit einem Eimer voll eiskaltem Wassers geweckt, zog er sich blitzschnell an. Er war noch viel zu verwirrt um zu fragen, woher sie wusste, dass sich Samurai näherten. Als er seine Sachen eingesammelt hatte, reichte er seiner Geliebten die Hand. „Komm, ich nehm dich mit in den Norden!" Er war wirklich süß. „Ja, lass uns fliehen!" Sie brachen auf und schlichen durchs Unterholz. Yun hatte es gut abgeschätzt, die Samurai waren dicht bei ihnen. Ihr Kleid verfing sich in einem Gebüsch. „Warte, ich hänge fest!", rief sie deutlich lauter als notwendig. Fluchend drehte sich ihr Liebhaber um. „Schaffst du ...
... es alleine?" „HALT! Stehenbleiben!", erklang es in schlechtem Koreanisch. Die Samurai hatten sie entdeckt. „Oh, sie haben uns erwischt! Flieh, mein Liebling!" Er zögerte doch tatsächlich, dieser Narr. Die Samurai würden ihn ohne zu zögern umbringen. Er hatte eine Naginata, eine Lanze mit Klinge dabei, damit war er ein bewaffneter Feind. „Und du?", wollte er wissen. „Ich komm zurecht! Wir sehen uns später, nun lauf endlich!" In diesem Moment siegte sein Verstand über seinen Pinsel, und er rannte um sein Leben. „Halt, halt!", rief der Samurai wieder. Yun hatte aufgehört so zu tun, als hinge sie fest und sich in die andere Richtung zur Flucht gewandt. Damit war sie den Samurai näher gekommen. Und nun war sie entdeckt worden. Zeit für ihre Vorstellung! * * * De-Yong hatte nicht damit gerechnet, dass es so schwer würde, in die Stadt zu gelangen. Doch schon in einiger Entfernung traf er auf die erste Patrouille der Samurai. Sie leiteten alle Flüchtlinge nach Norden um. Wer in die Stadt hinein wollte, brauchte einen sehr guten Grund oder Waren, welche benötigt wurden. Kräuter gehörten glücklicherweise dazu. De-Yong war froh, dass er das erbeutete Schwert und die japanischen Dokumente seinen Männern mitgegeben hatte. Spätestens am Stadttor hätten sie die Sachen gefunden, denn er wurde einigermaßen gründlich durchsucht. Doch nun war er in der Stadt, konnte sich auf die Suche begeben. „Na-Ri, kannst du mir sagen, wo ich dich finde?" „Nein, ...