1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Dämonen ganz besonders. Aber in diesem Fall erschreckend menschlich, sich etwas zu wünschen, und gleichzeitig davor Angst zu haben.
    
    „Ich würde eher sagen: Menschlich! Wenn du nicht unser Blut trinken müsstest, könnte man mit euch Dämonen gut auskommen!" „De-Yong, wir sind nicht alle gleich. Es gibt Wesen, welche euch aus purem Neid vernichten wollen, und welche, die das zu verhindern suchen. Und manche nutzen euch lediglich zu ihrem Zeitvertreib."
    
    Kumihos gehören vermutlich in die dritte Kategorie, schlussfolgerte De-Yong, hütete sich jedoch, das zu sagen.
    
    „Welche Geistwesen versuchen uns zu schützen?"
    
    „De-Yong, lass uns zur eigentlichen Aufgabe zurückkehren!"
    
    „Du weichst aus!"
    
    Plötzlich kam ihm ein Verdacht.
    
    „Cham! Der Berggeist gehört dazu!"
    
    Na-Ri antwortete nicht.
    
    * * *
    
    „Furchtbar!"
    
    Cha-He wedelte mit seiner Hand und wandte sich vom kopflosen Körper Na-Ris ab. Abgesehen vom Gestank, war nichts ungewöhnlich daran. Er sah der aus wie der einer ganz normalen, jungen Frau. Keine Spur von einer dämonischen Macht.
    
    „Und so hat die schon vorher gestunken?", wandte er sich an den gefangenen Japaner.
    
    „Noch schlimmer. Ich glaube, durch das Begraben sein, ist der Gestank deutlich geringer geworden."
    
    Cha-He konnte sich das nicht vorstellen. Oder besser gesagt: Das wollte er sich gar nicht vorstellen. Immerhin, das machte die ganze Sache vermutlich einfacher.
    
    „Nun gut, dann werden wir mal eine Trage bauen. Wir müssen uns ...
    ... beeilen!"
    
    Ju-Won stand mit dem unruhigen Pferd am Zügel etwas abseits.
    
    „Und du meinst, das Pferd wird die Trage ziehen, und nicht einfach durchgehen?"
    
    Cha-He zuckte mit den Schultern.
    
    „Willst du Den tragen? Also, an die Arbeit!"
    
    Ju-Won nickte langsam und band das Pferd fest, während Cha-He den Gefangenen an einem Baum fesselte. Dann begaben sich beide Männer auf die Suche nach benötigten Ästen und jungen Bäumen.
    
    „Was machen wir jetzt mit dem verdammten Japsen?", fragte Ju-Won, außer Hörweite des Japaners. „Bei erster Gelegenheit wird der uns verraten!"
    
    Cha-He war der gleichen Ansicht, aber der Leutnant hatte klaren Befehl gegeben: Der Japaner war ein wichtiger Gefangener, und musste unter allen Umständen lebendig zum Admiral geschafft werden.
    
    „Wir müssen eben zusehen, keinem zu begegnen. Oder die dürfen das nicht überleben!"
    
    „Sehr witzig!"
    
    „Nein, ich meine das Ernst. Der Befehl ist eindeutig. Willst du schon wieder darüber diskutieren?" Cha-Hes Tonfall wurde wieder drohend.
    
    „Nein, schon gut. Ich werde dir folgen! Aber trotzdem ist Der da ein Problem."
    
    Cha-He nickte zustimmend.
    
    „Das ist mir klar. Hast du einen Vorschlag?"
    
    „Als Erstes sollte er seine verdammte japanische Kleidung ablegen. Wir besorgen ihm die Kleidung eines Bauern oder Bettlers."
    
    „Das ist ein guter Vorschlag! Noch was?"
    
    Ju-Won schüttelte seinen Kopf.
    
    „Verzeiht, ihr Herren! Ich habe zwar nicht gehört, was ihr beredet habt, kann mir aber denken, dass ihr über mein Schicksal ...
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