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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... beratet!", rief der Japaner plötzlich. „Darf ich auch einen Vorschlag dazu machen?" Yoshimoto hatte mit Besorgnis beobachtet, wie die Soldaten sich entfernten, dann aber miteinander sprachen. Obwohl der Offizier im versprochen hatte, dass er laufen gelassen würde, war er noch immer gefangen. Und die beiden Soldaten konnten ganz von sich alleine entscheiden, ihn einfach zu töten. Andererseits, auch wenn er nun frei gelassen würde, zur japanischen Armee zurück, konnte er auch nicht. Taka hatte ihm angedroht, dass er seinen Kopf verlieren würde, käme er zu spät mit den Reitern zurück. Eine Gefangennahme galt keinesfalls als Entschuldigung, im Gegenteil: Dass er überlebt hatte, machte es noch schlimmer. Obwohl Yoshimoto kein Samurai war, galt auch für ihn die Pflicht zur absoluten Treue, und auch, sich eher selbst zu töten, als dem Feind zu ergeben. Aber Yoshimoto wollte leben. Er glaubte nicht, dass er es im nächsten Leben besser hatte, wenn er sich jetzt selbst umbrachte, oder getötet wurde. Inzwischen war ihm klar geworden, dass dieser Krieg weder ehrenvoll, noch gut für sein Land war. Zu viele hungernde und verzweifelte Flüchtlinge hatte er in letzter Zeit gesehen, und ihn selbst an Hunger und Verzweiflung in seiner Kindheit erinnert. Noch vor wenigen Jahren hatten die Daimyos in Japan ständig gegeneinander gekämpft, was Not und Elend für die einfache Bevölkerung bedeutete. Er hatte keine Familie mehr in Osaka, ließ nichts zurück, wenn er ...
... einfach hierbleiben würde. Ein Kloster war so gut wie ein anderes. Die Götter waren auf seinen Vorschlag, dass er Mönch werden wollte, wenn er überlebte, eingegangen. Aber die Umsetzung lag nun an ihm. Zweifellos wollten sie ihn testen, wie ernst es ihm war. Als er nun sah, wie auf ihn gezeigt und Köpfe geschüttelt wurden, hielt er den Zeitpunkt für gekommen, sein Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen. „Verzeiht, ihr Herren! Ich habe zwar nicht gehört, was ihr beredet habt, kann mir aber denken, dass ihr über mein Schicksal beratet! Darf ich auch einen Vorschlag dazu machen?" Die beiden Soldaten blickten ihn an. Nachdem sie sich kurz angeschaut hatten, kamen sie zu ihm herüber. „Was willst du?", blaffte der Eine. „Seht, ihr überlegt sicher, ob ich eine Gefahr bin, und ob ihr mich töten solltet. Doch das ist unnötig. Wenn ich zurück zu meinen Leuten ginge, brächten die mich sofort um, weil ich mit euch zusammengearbeitet habe!" Er erkannte Zweifel in ihren Gesichtern. „Mein Befehlshaber hatte mir aufgetragen, unter allen Umständen seine Reiter zu ihm zu führen. Ich habe versagt, indem ich mich von euch gefangen nehmen ließ. Die einzige Entschuldigung, welche er akzeptieren würde, wäre mein abgetrennter Kopf!" „Und, was meinst du nun, was das bedeutet?", wollte der Soldat mit dem Schwert wissen. „Ihr lasst mich frei, und ich begleite euch freiwillig. Ich werde euch unterstützen, die Dämonin dorthin zu schaffen, wo immer ihr sie hinhaben wollt. ...