1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... zärtlichen Knabbern durch diese Künstlerin der Liebe, war geradezu schmerzhaft. Doch natürlich gehörte das Mädchen als Kriegsbeute dem General. Und wenn er ihrer überdrüssig war, würde er sie nach oben als Geschenk weiterreichen.
    
    Teiko konnte als Miko nicht erwarten, so eine Liebeskünstlerin als persönliche Dienerin zu bekommen. In ihrer Heimat wäre sie als Geisha hoch begehrt und für sie ebenfalls außer Reichweite. So eine Frau konnte sie sich schlicht nicht leisten.
    
    Um auf andere Gedanken zu kommen, versuchte Teiko sich wieder auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Sie besuchte den Raum mit dem Dämonenkopf und schaute vorsichtig in das Gefäß, ob alles in Ordnung war.
    
    Die Buttermilch, in welchen der Kopf eingelegt war, hatte begonnen sauer zu werden. Teiko überlegte, ob das dem Kopf schaden konnte. Ein verwesender Kopf wäre kein schönes Präsent für den Daimyo. Die Buttermilch gegen Schnaps auszutauschen schien angeraten.
    
    Andererseits, es war aber auch kein gewöhnlicher Kopf, sondern etwas Übernatürliches. Verwesung war nicht zu befürchten. Schnaps war teuer und selten, Buttermilch ebenso.
    
    Es hatte Teiko verwundert, als sie erfahren hatte, dass der Kopf in Buttermilch eingeweicht worden war. Doch als sie gehört hatte, dass er unerträglich gestunken haben sollte, nahm sie es so hin. Nun war sie neugierig.
    
    Vorsichtig griff sie in die Brühe und zog den Fuchskopf heraus. Sie hielt ihn nach der letzten Erfahrung so, dass er sie nicht anspucken konnte.
    
    Es war ...
    ... ein seltsamer Anblick, als der scheinbar tote Fuchskopf die saure Flüssigkeit ausspuckte. Auch dieses Mal, obwohl es nun bei einem kleinen Rülpser blieb, nicht einige Schritt weit gespuckt wurde. Nun, der Dämon lebte also noch.
    
    Neugierig roch Teiko am Schädel. Es roch nach verdorbener Buttermilch, aber ebenfalls schwach nach etwas anderem, Widerlicheren. Kurzentschlossen befahl sie einem der Wachen, den Krug auszuschütten, eine neue, saubere Kopfkiste zu organisieren, und einen Eimer mit frischen Wasser und Waschsachen herbeizuschaffen. Gerne hätte sie das ja draußen erledigt, doch es war ausgeschlossen, den Kopf aus dem gesicherten Raum zu schaffen.
    
    „So, du Dämon. Ich denke, wir werden dich wieder ansehnlich bekommen.", sprach sie den Kopf an. „Und wenn du versprichst, mich nicht anzuspucken, oder zu beißen, werde ich nicht gröber sein als nötig!"
    
    Vorsichtig drehte sie den Schädel herum und sah dem Dämon in die Augen. Täuschte es sie, oder erkannte sie darin Wut? Nun, immerhin versuchte der Schädel nicht, zuzuschnappen.
    
    „So ist es Recht, immer schön brav sein, dann werde ich dich sogar richtig schön machen! Immerhin bist du ein weiblicher Dämon, und Frauen sollten schon etwas zusammenhalten, selbst wenn sie Feinde sind!"
    
    Natürlich wäre es für beide Seiten Theater. Eine Miko und eine Dämonin würden immer Todfeinde bleiben. Aber Respekt sollte auch für einen Feind gelten.
    
    Der Samurai brachte die Waschsachen, und Teiko machte sich an die Arbeit. Immer darauf ...
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