1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Dunkelheit abzuwarten.
    
    Im Schutze der Nacht würden sie das offene Meer ansteuern und irgendwo weiter unten an der Küste anlanden. Ihr kleines Boot war zwar schwer beladen, aber durchaus auch für das Befahren von Küstengewässern geeignet. Immerhin war es dazu gebaut, auch Stromschnellen zu meistern.
    
    Die Händler waren leicht zu überreden gewesen, den Soldaten ihr Boot gegen etwas Silber und den Handkarren zu verkaufen, nachdem Cha-He, das Schwert gezeigt hatte. Die nahen japanischen Besatzer um Hilfe zu bitten war ausgeschlossen gewesen. Vermutlich hätten die Japaner bis zur Klärung des Vorfalles alle verhaftet.
    
    In der Ferne zogen Wolken auf und deuteten auf ein drohendes Unwetter hin. Das bot eine gute Chance, mit dem Boot an den Wachpostenbooten der Japaner vorbei zu kommen.
    
    Nur noch dieses kleine Hindernis, danach wäre der Weg zur koreanischen Flotte frei.
    
    Tatsächlich mussten sie nicht lange warten, bis die ersten Wachboote den sicheren Hafen ansteuerten.
    
    „Wir wollen doch nicht bei diesem Wetter auf die offene See hinaus?", fragte Yoshimoto besorgt.
    
    „Hast du einen besseren Vorschlag?", konterte Cha-He. „Was ist deine Meinung, Ju-Won?"
    
    Ju-Won war als Fischer derjenige, mit der meisten Erfahrung, was Boote betraf.
    
    Nachdenklich rieb er sich über seinen Bart, sah zum Himmel und auf die Wellen.
    
    „Wir sollten es versuchen, aber müssen uns beeilen. Auf jeden Fall müssen wir das Boot so weit abdecken, dass nicht zu viel Wasser überschlägt. Sicherer wäre ...
    ... es, wir würden besseres Wetter abwarten. Aber ich sehe nicht, wie wir dann an den Wachbooten vorbei kämen."
    
    „Dann ist es beschlossene Sache!" Entschied Cha-He. „Ju-Won, auf See hast du das Kommando, weil du am meisten Erfahrung besitzt!"
    
    „Geht in Ordnung, Herr Unteroffizier!", bestätigte der Angesprochene.
    
    „Und du, Jae, du wirst rudern!"
    
    Irgendwie war das Yoshimoto schon vorher klar gewesen. Immerhin nannten ihn die beiden nun nicht mehr Japaner, sondern bei seinem angenommenen koreanischen Namen.
    
    „Aber alleine schaffe ich das doch nicht!", protestierte er schwach.
    
    „Wir werden alle rudern müssen!", entschied Cha-He, mit Blick auf den Wellengang und den Wind. „Aber Ju-Won steuert! Los, jetzt oder nie!"
    
    Vereint schoben sie das Boot wieder vom Ufer, sprangen hinein, und begannen gegen die Wellen anzurudern.
    
    Kaum hatten sie den geschützten Bereich der Stadtmauer verlassen, als kalter Regen einsetzte und der Wind in Böen von der Seite kam.
    
    „Das schaffen wir nie!", schrie Yoshimoto gegen den Wind an.
    
    „Klappe halten und rudern!", schrien Cha-He und Ju-Won gleichzeitig.
    
    Bald sprach niemand mehr, denn sie ruderten um ihr Leben.
    
    Der Tanz beginnt
    
    Verzweifelt hatte De-Yong sich bemüht, eine Trommel und Musiker aufzutreiben. Nur knapp war es ihm gelungen. Auch die passende Kleidung für einen Musiker zu beschaffen, stellte in so kurzer Zeit eine echte Herausforderung dar.
    
    Warum musste es unbedingt heute sein? Ein paar Tage Vorbereitungszeit wären ...
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