1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... schlug Yoshimoto vor, gegen den Wind anbrüllend.
    
    „Keinesfalls!", schrie Cha-He.
    
    „Dann werden wir alle untergehen!", schrie Ju-Won.
    
    Der Gischtkamm zwang sie, ihre Köpfe herunter zu nehmen. Wieder schwappte Wasser ins Boot. Ein Blitz fuhr hernieder und beleuchtete das aufgewühlte Meer. Weit und breit war kein Land in Sicht.
    
    Yoshimoto legte die Schüssel zur Seite und zerrte an dem verpackten Körper, um ihn über Bord zu werfen. Cha-He sah es.
    
    „Rühr sie nicht an, oder du gehst über Bord!"
    
    „Werf sie über Bord, oder wir gehen alle unter!", schrie Ju-Won.
    
    „Ich werde euch beide hinterherwerfen!", drohte Cha-He.
    
    Ein nah einschlagender Blitz ließ sie zusammenzucken.
    
    „Ich habe das Kommando hier auf dem Boot, vergessen?", schrie Ju-Won. „Wenn wir alle untergehen, ist der Leichnam sowieso verloren!"
    
    Cha-He erhob sich etwas, um die beiden anderen daran zu hindern. Doch Ju-Won war schneller und schlug mit dem Ruder zu. Er traf Cha-He am Kinn, und dieser fiel bewusstlos zurück.
    
    „Los, über Bord mit ihr. Und dann ruder um unser Leben!", befahl Ju-Won.
    
    Yoshimoto ließ sich das nicht zweimal sagen. Nichts verband ihn mit dieser Dämonin, außer Leid und Schrecken. Die Welt wäre ohne sie besser dran.
    
    Mit aller Kraft hob er sie hoch und wälzte sie über Bord. Doch sie versank nicht gleich, sondern schwamm wie ein Holzstück auf den Wellen davon. Aber Yoshimoto verschwendete keinen weiteren Gedanken mehr an sie. Die nächste hohe Welle schwappte heran. Er ergriff ...
    ... das Paddel und begann wieder wie wild zu rudern.
    
    Mönch, er wollte doch nur überleben und dann Mönch werden.
    
    Hart schlug die nächste Welle auf das Boot auf.
    
    * * *
    
    Die beiden Samurai, welche Yun als erstes erreicht hatten, überlebten ihren General nur wenige Augenblicke.
    
    Yun brachte sie ohne zu zögern um. Inzwischen war sie zu einer Feuersäule geworden, welche Angriffe mit einem Schwert sowieso unmöglich machten. Der ganze Raum brannte bereits. Die nächsten Soldaten, die zur Hilfe eilten, mussten vor der Hitze kapitulieren.
    
    Sie hatte ihre Kumiho-Form angenommen, ein siebenschwänziger Silberfuchs, nun zusätzlich umhüllt von einer Feuerlohe.
    
    Mit einem Satz sprang sie aus dem offenen Fenster in den Garten, von dort aus über das Vordach, hinauf auf das Hauptdach. Entsetzte und alarmierende Schreie begleiteten ihr Flucht über die Dächer des Palastes. Schon kam der erste Pfeil geflogen, welcher sie aber weit verfehlte.
    
    Mit einem gewaltigen Sprung überwand sie die Gasse zum nächsten Anwesen, und setzte ihren feurigen Weg über die Dächer der Stadt fort.
    
    Nur die Regennässe verhinderte, dass sie auf ihren Weg gleich die gesamte Stadt in Brand setzte. Von überall her strömten alarmierte Soldaten in die Gassen. Erneut flogen Pfeile, diesmal schon dicht an ihr vorbei.
    
    Beim nächsten Sprung sprang sie nicht auf das nächste Dach, sondern durch ein Fenster in ein Haus. Dort setze sie beim Durchrennen alles in Brand, sprang dann hinüber ins Nächste. Diese Stadt würde ...
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