1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... hatte das Mädchen recht. Verstohlen blickte sie sich um, ob sie jemand beobachtete, dann zog sie die Räucherstäbchen hervor, welche sie vorhin neu angefertigt hatte.
    
    Sie drückte sie ihrer Geliebten in die Hand, welche sie mit Ärmel bedeckter Hand entgegennahm.
    
    Einen ganz winzigen Moment lang vermeinte Teiko Schmerz in den Augen des Mädchens zu erkennen. Aber das konnte auch am schwachen, flackenden Licht im Gang gelegen haben. Ein Blitz schlug laut krachend in der Nähe ein und ließ sie sowohl zusammenzucken, als auch diese Beobachtung zunächst vergessen.
    
    „Nun, ich werde mich bemühen, dass der General angenehme Träume heute Nacht bekommt, obwohl die Götter dort oben offensichtlich miteinander streiten!", erklärte Yun lächelnd. „Ich würde mich freuen, wenn ich von euch für morgen wieder eine Einladung zum Tee erhalten würde, Dame Akera!"
    
    Teiko spürte, wie alleine diese wenigen Worte sie wieder feucht im Schritt werden ließen.
    
    „Aber mit dem größten Vergnügen, Dame Ahri!", bestätigte sie mit hochrotem Kopf.
    
    Beide Frauen nickten sich lächelnd zu und verabschiedeten sich, in entgegengesetzte Richtungen.
    
    Lächelnd betrat Teiko ihre Räumlichkeiten und begann sich für die Nacht vorzubereiten. Ganz in Träumereien an das ‚Teetrinken' des nächsten Tages versunken, als ihr siedeheiß einfiel, dass sie noch eine andere Pflicht hatte. Zwar war der Priester nun offiziell wieder für den Kopf zuständig, aber im Palast war es ihre Aufgabe, ihn zu überwachen. Schnell zog ...
    ... sie sich wieder an und wollte gerade zum Raum, wo der Kopf aufbewahrt wurde eilen, als die Schreie begannen.
    
    „Feuer! Feuerdämon im Raum des Generals!"
    
    Und:
    
    „Ein Spion! Im Haus ist ein koreanischer Spion! Haltet den Trommler, er will den Kopf rauben!"
    
    * * *
    
    Besiegt
    
    Wie wild ruderten die drei Männer gegen Sturm und Wellen an. Längst waren sie über die Erschöpfungsgrenze hinaus, ruderten wie in einer Trance und bemerkten weder die Eiseskälte ihrer nassen Kleidung, noch den Schmerz, der durch den Sturm beschleunigten, hart auf ihr Gesicht schlagenden Wassertropfen.
    
    Sobald sie nur eine wenig nachließen, drohte ihr kleines Boot ein Spielball der Wellen zu werden und umzuschlagen. Sie wussten nicht einmal mehr, in welche Richtung sie ruderten. Die Richtung wurde von den Wellen bestimmt, welche sie keinesfalls quer zum Boot aufschlagen lassen durften.
    
    Trotzdem war das Boot bereits halb voll Wasser. Die Tücher, welche sie zum Schutz gegen Vollschlagen über Bug und Heck gespannt hatten, hatten nur wenig geholfen.
    
    Yoshimoto legte wieder einmal das Paddel zur Seite und begann verzweifelt mit einer kleinen Schale zu schöpfen.
    
    „Wir sind zu schwer!", schrie er gegen den Sturm an. „Wir werden sinken!"
    
    „Schöpf schneller!", schrie Cha-He, während er zusammen mit Ju-Won versuchte, das Boot über den nächsten Wellenkamm zu rudern. „Er hat recht!", schrie Ju-Won. „Wir werden es nicht schaffen. Das Boot liegt zu tief!"
    
    „Wir müssen den Leichnam über Bord werfen!", ...
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