1. Berufserfahrung zahlt sich aus 07


    Datum: 04.01.2024, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... zum stehen kam. Hinter der Tür stand Julia, mit tief gesenktem Blick. Sie trug eine sehr klassische, schwarze Hausmädchenuniform.
    
    „Guten Morgen, Sir Leon.", begrüßte sie mich, ohne aufzuschauen. Sie sprach ein ausgezeichnetes Englisch. Ich hatte mir meinerseits ein paar chinesische Grundbegriffe beigebracht, um ihr etwas Respekt entgegen bringen zu können.
    
    „Ni hao, Julia. Sieh mich an!", befahl ich ihr.
    
    Mit roten Bäckchen sah sie unsicher zu mir auf. Sie war wirklich eine Schönheit, auch wenn noch sehr viel Arbeit vor uns lag, ihr ein gewisses Selbstbewusstsein einzuhauchen, das sie noch viel attraktiver erscheinen lassen würde.
    
    „Leo für dich, wenn wir alleine sind. Sir Leon nur, wenn wir Besuch haben."
    
    „Danke, Sir Leon."
    
    „Meine Güte, was habe ich gerade gesagt...?", Ein schweres, leicht genervtes Seufzen entfloh mit.
    
    „Hat man dir gesagt, dass du dich so kleiden sollst?"
    
    „Sir Leon...?"
    
    „Du warst mit Monique einkaufen. Hat sie dir gesagt, dass du diese Uniform tragen sollst."
    
    „Nein, Sir Leon."
    
    „Sondern? Was solltest du tragen?"
    
    Julia lief vor Verlegenheit noch röter an und senkte ihren Kopf stumm wieder zu Boden.
    
    „Das klären wir noch. Gehen wir erst einmal in die Wohnung."
    
    Der Grundriss war identisch zu Jochens Villa nebenan, daher kannte ich den Weg in den Wohnraum. Julia dackelte unsicher hinter mir her. Auch die Einrichtung war sehr ähnlich.
    
    „Machst du uns bitte einen Kaffee oder Tee? Cappuccino für mich uns was auch immer du ...
    ... magst. Du kannst auf der Terrasse servieren."
    
    Julia eilte in die versteckte Küche davon.
    
    „Julia?" rief ich ihr hinterher. Sie kam zurück und steckte ihren Kopf durch die Tür.
    
    „Wenn wir alleine sind, benutzen wir die Küche hier vorne."
    
    Während sie begann, mit Geschirr zu klappern und die Kaffeemaschine zu untersuchen, ging ich hinaus auf die Terrasse und setze mich an einen kleinen, sonnengeschützten Tisch am Pool, auf dem ich mein Geschenk für Julia ablegte.
    
    Es dauerte fast zehn Minuten, bis sie mir den Cappuccino servierte und mit gesenktem Blick vor mich stellte.
    
    „Und für dich?", fraget ich.
    
    „Für mich...? Sir Leon...?"
    
    „Sind dir die Grundregeln unseres Zusammenlebens eigentlich klar? Kennst du deine Aufgaben?"
    
    Julia sah mich fragend an.
    
    „Was hat man dir gesagt, was deine Aufgabe in diesem Haushalt ist?"
    
    „Ich soll alles tun, um Sie glücklich zu machen, Sir Leon. Ich soll Ihnen eine gehorsame Ehefrau ersetzen."
    
    „Gut. Erstens: Eine Ehefrau siezt ihren Mann nicht. Zweitens: Eine Ehefrau trinkt gemeinsam mit ihrem Mann Kaffee. Drittens: Eine Ehefrau schämt sich nicht vor ihrem Mann. Verstanden?"
    
    „Ja, Sir..."
    
    „Was habe ich gerade gesagt?"
    
    „Ja...Leo..."
    
    „Sehr gut. Zieh dich bitte aus und sieh' mir dabei geradeaus in die Augen."
    
    Julia zögerte. Dann zog sie ihr Kleid aus. Darunter trug sie ein Hemdchen und einen Schlüpfer. Dazu noch schwarze Söckchen und fürchterliche Gesundheitsschuhe. Ich rollte mit den Augen.
    
    „Du bist das ...
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