1. Im letzten Moment


    Datum: 06.04.2024, Kategorien: Betagt,

    ... Ausgesprochen war es nur noch halb so schlimm und wozu hatte man eine Freundin?
    
    "Am besten fand ich, wie dein Vater einfach seinen Schniedel auspackte und ihm in den Nacken pisste. Klasse. So einen Dad wünsche ich mir auch", schloss sie ihre Erinnerungen.
    
    "Sei dir da mal nicht so sicher", erwiderte Julia. "Der kann ganz schön nervig sein. Ewig spioniert er mir hinterher."
    
    "Was heute ja nicht schlecht war", urteilte ihre Freundin.
    
    "Ja, schon, aber immer? Willst du dauernd unter Beobachtung stehen? Der kontrolliert sogar meinen PC. Einmal hab ich ein paar Pornoseiten aufgerufen so mit Lesben, aber er hat nicht reagiert. Scheint ihm egal zu sein, ob ich Männern oder Frauen hinterherlaufe."
    
    "Ist doch gut. Offensichtlich lässt er dir mehr Freiheiten, als du denkst. Meine Alten würden wahnsinnig werden, wenn ich mit einer Frau ankäme."
    
    "Würdest du ja auch nicht. Ich kann mir das bei dir überhaupt nicht vorstellen."
    
    "Vermutlich nicht. Jedenfalls hatte ich noch nie das Verlangen. Da hat mir der Schwanz von deinem Dad schon besser gefallen."
    
    "Nicht schlecht, was?", lachte Julia. "Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da holt er ihn einfach raus und strullert los. Vor unseren Augen!"
    
    "So etwas Besonderes ist das nun auch wieder nicht", relativierte Frieda ihre Aussage von ein paar Augenblicken zuvor. "Das sieht man doch an jeder Straßenecke."
    
    "Stimmt auch wieder", murmelte Julia. "Aber nicht den eigenen Vater. Lass uns schlafen, ich bin müde."
    
    "Gute ...
    ... Nacht", erwiderte Frieda, konnte aber alles andere als die Augen schließen.
    
    Den Überfall auf dem Klo des Clubs würde sie so schnell nicht vergessen. Sie war auf der Toilette gewesen, hatte noch ein wenig die Lippen nachgezogen und wollte gerade die Treppe wieder hoch, als sie gepackt wurde und ehe sie Piep sagen konnte saß sie schon auf der Keramik mit Linos Pimmel vor der Nase. Ihr war klar, was er wollte, da waren die Drohungen völlig überflüssig. Sie hatte sich gerade halbwegs in ihr Schicksal ergeben, als es passierte. Linos Schwanz stieß ihr in den Rachen und sie musste sich übergeben. Der Rest ist Geschichte.
    
    Wirklich? Müsste ich jetzt nicht eine Psychose ausbilden oder so etwas, fragte sie sich? Hass auf alle Kerle? Sie horchte in sich hinein, aber da war nichts dergleichen. Gott sei Dank, es hätte gerade noch gefehlt, dass ein dämlicher Armleuchter wie Lino ihr weiteres Leben bestimmte. Im Gegenteil, beschloss sie, eigentlich sollte er daran knabbern. Impotent werden, sobald er nur eine Frau von weitem sehen würde. Der Schwanz möge ihm abfaulen, jeden Tag ein bisschen.
    
    Ich sollte mich bei Julias Paps bedanken, dachte sie. Aber mit einer Schachtel Pralinen ist es wohl kaum getan. Eine Flasche Whisky? Trank er den überhaupt? Unwahrscheinlich, bei dem durchtrainierten Body. Dass so einer solo ist. Da müsste sich doch jede Frau alle zehn Finger nach ablecken. Schade, dass er schon so alt ist. Um die fünfzig, denke ich, mehr als doppelt so alt wie ich. Sonst würde ich ...
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