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Gut Jaspis (Teil 02)
Datum: 12.09.2024, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... endgültig aus, sodass er mir ohnehin nichts mehr vorschreiben konnte. Wozu dieses Theater also? Es fühlte sich an, als wolle er sich dafür, dass ich diesen Weg einschlug, zumindest in irgendeiner Form an mir rächen und mir wenigstens die letzten Abende, an denen er noch Einfluss auf mich hatte, auf seine Art vermiesen. Ich ärgerte mich über meinen Anflug von Naivität und darüber, dass ich mir insgeheim auch irgendwie gewünscht hatte, dass ich mit einem besseren Gefühl von hier weg gehen konnte. Sozusagen im Guten mit meinen Eltern auseinander gehen würde. Als ich gerade meinen dicken Kloß im Hals herunterschlucken und mich zähneknirschend dafür bedanken wollte, dass ich überhaupt zu der Feier gehen darf, passierte etwas, womit ich im Lebtag nicht gerechnet hätte. Meine Mutter nahm strenge Gesichtszüge an (was wirklich ausgesprochen selten passiere) und blickte meinen Vater eindringlich an, ehe sie mit einer ungewohnten Kälte in der Stimme sagte: „Ich denke, da es Lillys vorletzter Abend zu Hause ist, sie in vernünftiger, gediegener Gesellschaft sein wird und sie zudem immer zuverlässig gewesen ist, kann man wohl einmal eine Ausnahme machen. Sie hat es sich mehr als verdient, sich ein wenig feiern zu lassen, auch über 22:00 Uhr hinaus. Nicht wahr, Ludwig?", wobei ihre Stimme einen so ruhigen, aber dennoch vehementen und durchaus bestimmt klingenden Nachhall hatte, dass ihre an meinen Vater gerichtete Frage eigentlich nicht mehr als solche aufzufassen war. Eine ...
... Gemeinsamkeit hatten mein Vater und ich an diesem Abend. Uns stand beiden innerhalb weniger Sekunden etwas der Mund offen und eine Mischung aus Unsicherheit und Schrecken ins Gesicht geschrieben. Er legte sein Besteck mit leicht zittrigen Händen nieder, tupfte sich hektisch den Mund mit der Serviette ab und erwiderte: „Ich...äh...also...natürlich, Melissa. In Anbetracht der besonderen Situation hast du vermutlich Recht, Liebes. Denke ich." Als wäre nichts gewesen, kehrte augenblicklich der unbekümmerte und liebevolle Gesichtsausdruck meiner Mutter zurück, woraufhin sie uns entgegenflötete: „Prima! Lilly-Schatz? Dann sei so gut und schau, dass du gegen Mitternacht wieder zurück bist, ja? Du hast anschließend immerhin auch noch einiges zutun, bevor dein großer Tag vor der Tür steht und wirst deine Energie brauchen", ehe sie uns allen von ihrem selbstgemachten Eistee nachschenkte und vollkommen gelassen ihr Mahl fortsetzte. Als das Abendessen sein Ende gefunden hatte, stand ich eilig auf, warf meiner Mutter einen irritierten, aber auch dankbaren letzten Blick zu und wünschte den beiden mit der Begründung, heute früh schlafen gehen zu wollen, eine gute Nacht. Meine Mutter zwinkerte mir kurz zu, schenkte mir ein breites, warmes Lächeln und wünschte mir schöne Träume. Immer noch verwirrt von den gerade stattgefundenen Ereignissen, ließ ich mich gedankenverloren auf mein Bett fallen und beschloss schließlich, einfach froh und dankbar über diese positive Wendung zu sein und nicht ...